Die Verwaltung auf Reisen

Stadthaus-Zeitung

Rund 2,6 km Entfernung zwischen den beiden Haupthäusern der Stadtverwaltung lösen zwangsläufig hohen "Reisebedarf" bei den Mitarbeitern der Botenmeisterei aus. Denn sollen beispielsweise Büromaterial oder Akten, insbesondere aus den Querschnittsämtern Kämmerei, Haupt- und Personalamt, Rechnungsprüfungsamt, Rechtsamt und Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing, die im Stadthaus untergebracht sind, zum Standort Pontanusstraße transportiert werden, benötigen beispielsweise Botenmeister Gert Groß und seine Kollegen einen PKW und mindestens zehn bis fünfzehn Minuten für die Anfahrt und diese Zeit auch wieder für die Rückfahrt. Und die Akten müssen auch wieder zurück. So ist man schnell bei einer Stunde, die allein für das Be- und Entladen von Fahrzeugen sowie für den Transport von Standort zu Standort einzuplanen ist. Und auch das papierlose Büro und die Telekommunikation haben daran wenig geändert, da es nach wie vor um Unterschriften und Originalunterlagen geht. "Reisebedarf" lösen aber auch die tagtäglichen Besprechungen zwischen den Ämtern aus. "Reisen" die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Technischen Rathaus mit privaten oder dienstlichen Pkw an, sind sie wegen der so gut wie nicht vorhandenen Parkplätze im Bereich Abdinghof gehalten, ihre Fahrzeuge in der Tiefgarage am Königsplatz abzustellen, um dann den Standort Abdinghof zur Besprechung aufzusuchen. Das gilt umgekehrt natürlich auch für die Querschnittsämter. Nach Berechnungen des Haupt- und Personalamtes ergibt sich bei zwei Hauptstandorten der Verwaltung ein jährlicher Mehraufwand von 350.000 Euro (das entspricht etwa 7 Personalstellen!). Neben den Kosten für den Pendeldienst sind darin unter anderem der Mehraufwand für zwei Hausmeisterteams und zwei Kantinen enthalten.