Künstlerischer Patron der Stadt
Bürgermeister Heinz Paus verlieh Kulturpreis an Prof. Dr. Walter Schrader
Den mit 5000 Euro dotierten Kulturpreis der Stadt Paderborn hat Bürgermeister Heinz Paus an Prof. Dr. Walter Schrader verliehen. In einer Feierstunde im Paderborner Rathaus nahm der 76jährige Kunstdozent der Universität Paderborn vor etwa 200 geladenen Gästen die Auszeichnung entgegen. Als Kunstdidaktiker, geborener Pädagoge, in der Rolle des Vermittlers von Kunst, aber auch als Berater und sich nicht in das Kunstsilo der Uni zurückziehender Professor habe Prof. Dr. Schrader nicht nur besondere Leistungen im Bereich der Kultur, sondern auch Herausragendes für die Stadt Paderborn geleistet, so Paus. Michael Aßmann, Pädagoge und Künstler, konnte dies in seiner Laudatio aus seinen eigenen Erfahrungen als ehemaliger Student Schraders nur unterstützen. "Mehr als 40 Jahre Lehrtätigkeit sind es geworden, die Generationen von Kunstlehrern und Kunstschaffenden zu prägen verstanden und weit darüber hinaus auch Generationen von Eltern mit ersten Ahnungen von Verständnis im Umgang mit den Zeichnungen ihrer Kinder ausstatteten", lobte Aßmann das Engagement Schraders. Er bezeichnete ihn als "künstlerischen Patron der Stadt", der das kulturelle Leben und Erleben nachhaltig gestaltet und geprägt habe. "Den Anderen ernst zu nehmen und für wert zu befinden, sich mit dessen Ansichten wirklich auseinanderzusetzen, ist eine hervorragende Eigenschaft Schraders", so Aßmann in seiner Laudatio. Prof. Dr. Walter Schrader bedankte sich bei Bürgermeister Heinz Paus für den Preis und dankte auch Marianne Wiemann am Klavier, die die Feierstunde mit Robert Schumanns Kinderszenen op. 15 musikalisch umrahmte. Nach der ersten Begegnung mit dem Kulturpreis 1965, als er die Urkunde für den damaligen Preisträger Josef Dominicus entwarf, sei dies nun eine weitere. Die Verleihung des Kulturpreises komme ihm fast vor wie die Taufe mit Paderwasser, ließ er seinen rheinländischen Humor anklingen. Sein Dank galt auch seiner Frau Doris, die ihn sehr unterstützt habe. Seit 1962 hat der Künstler sein reichhaltiges Schaffen in mehr als 100 Ausstellungen präsentiert. Es reicht von Ölgemälden, Aquarellen bis hin zu Druckgrafiken und Federzeichnungen. Mehr als 30 Vorschläge waren aus der Bevölkerung für diesen Kulturpreis eingereicht worden, die sich auf 16 Namen konzentrierten, denn einige Namen wurden mehrfach genannt. Die Vorschläge kamen aus vielen Bereichen: Bildende Kunst, Musik, Literatur, Theater, Film, Kulturmanagement, Kulturwissenschaft, Kulturpädagogik. Neben Bürgermeister Heinz Paus als Vorsitzender, gehörten der 15köpfigen Jury unter anderem neun Mitglieder des Kulturausschusses oder andere fachkundige Personen, die von den Parteien entsprechend ihrer Fraktionsstärke im Rat der Stadt benannt worden sind, sowie die Kulturdezernenten der Stadt, des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe sowie der Bezirksregierung in Detmold an. Der Preis wurde zu Anfang alle zwei Jahre vergeben, später alle drei Jahre, zuletzt alle fünf Jahre. Ab jetzt soll er laut Ratsbeschluss wieder alle drei Jahre vergeben werden, also nach 2005 wieder 2008. Vor genau 50 Jahren wurde der Kulturpreis der Stadt Paderborn erstmals an den Komponisten Hans Humpert (postum) verliehen. Weitere Kulturpreisträger waren: Stadtbaurat a. D. Paul Michels (1957), Bildhauer Josef Rikus (1959), Mundartdichterin Dr. Therese Pöhler (1961), Propst Dr. Wilhelm Tack (postum/1963), Maler Josef Dominicus (1965), Schriftstellerin Jenny Aloni (1967), Kammerspiel-Intendant Elert Bode (1970), Archäologe Prof. Dr. Wilhelm Winkelmann (1973), Journalistin Dr. Käthe Sander-Wietfeld (1977), Bischof Prof. Dr. Paul-Werner Scheele (1980), Kirchenhistoriker Prof. Dr. Klemens Honselmann (1985), Kirchenmusikdirektorin Adelheid van der Kooi-Wolf (1990), Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Dr. Friedrich Kienecker (1995), Kabarettist und Schauspieler Erwin Grosche (2000).