Integration von Spätaussiedlern

Museumspädagogische Angebote für Schulen und Gruppen im Stadtmuseum

Gerade die Schulen sind heute in unserem Zeitalter multikulturellen Zusammenlebens vor neue Herausforderungen gestellt. Mit zwei Sonderausstellungen im Historischen Museum im Marstall und im Museum für Stadtgeschichte, dem Adam-und-Eva-Haus, bietet die Stadt Paderborn allen Interessierten Gelegenheit, sich mit der Geschichte und der Integration deutscher Aussiedler aus Russland zu befassen. Mit museumspädagogischen Führungen wenden sich beide Häuser gezielt an alle Schulen und Interessierten. Ziel der Ausstellungen ist es, Vorurteilen entgegenzuwirken, die Besucher zu sensibilisieren für die tatsächlichen Probleme beispielsweise jugendlicher Spätaussiedler, Diskussionen anzuregen und gegenseitiges Verständnis zu wecken. „Ein akustisches Puzzlespiel“ bildet den Ausgangspunkt der museumspädagogischen Führung im Adam-und-Eva-Haus, mit dem Ann-Britta Madrid, Studentin des Fachbereichs Soziale Arbeit an der Katholischen Fachhochschule Paderborn, an das Thema „Integration heute“ heranführt. Ann-Britta Madrid: " In der alltäglichen Meinungsbildung greifen wir vielfach auf ein vermeintliches Wissen zurück, dass sich uns über das „Hören- Sagen“ vermittelt." Der phonetische Raum ist ein achtminütiges Hörspiel, das sich zusammensetzt aus einem Interview mit einer Betroffenen, aus jüngsten Schlagzeilen, einer Sehnsucht, musikalisch angesiedelt zwischen Sergej Rachmaninow und Franz Schubert, deutschen Paragraphen zur Bestimmung von Spätaussiedlern, Lyrik eines deutschrussischen Autors in russischer Sprache. Ein „Karussell“ beginnt in der Vorstellung zu rotieren; Eindrücke, die provozieren, sich verfestigen, verfliegen. Was wissen wir wirklich? Sachliche und aufschlussreiche Informationen, philosophische Reflexionen russlanddeutscher Aussiedler, die Skizzierung einzelner Lebenswege als positive Beispiele gelungener Integration, ein dokumentarischer Film, in dem Deutsche aus Russland zu Wort kommen sowie eine Kunstausstellung folgen in der oberen Etage im Adam-und-Eva-Haus. Die surrealen, frechen Bilder von Gennadi Isaak sind dort noch bis zum 11. September zu sehen; vom 18. September bis 30. Oktober werden die graphischen Arbeiten der russlanddeutschen Kunststudentin Olga-Maria Klassen vorgestellt. Unter dem Aspekt „Ein akustisches Puzzlespiel – Integration heute“ werden im Museum für Stadtgeschichte museumspädagogische Führungen für Schulen und alle Interessierten nach vorheriger Anmeldung dienstags, donnerstags und freitags jeweils 9 und 11 Uhr, dienstagnachmittags auch 15.30 Uhr, angeboten. Anmeldungen und weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 88 235 01 oder per Mail unter stadtmuseumpaderbornde.