In China begeistert

Paderborner Tanzgruppe "Araneida" vor 20.000 Menschen

Zum ersten Mal ist eine Paderborner Tanz- und Musikgruppe im fernen China aufgetreten und hat anlässlich des international bekannten Bierfestes von Qingdao bei der einheimischen Bevölkerung für Furore gesorgt. Die 25 Tänzer der Tanzgruppe „Araneida“ und der musikalischen Begleitung vom Ensembles „Hupfertsvogel“ unter Leitung von Margit und Thomas Keikutt waren auf Einladung der Stadt Qingdao mit ihren Trachtenkoffern, Musikinstrumenten und Requisiten nach Fernost gereist. Auch rund 100 Touristen aus der Paderstadt nutzten eine Studienreise nach China, um die Stadt ausführlich kennen zu lernen, zu der Paderborn seit einiger Zeit immer intensivere Kontakte pflegt. Gleich beim ersten offiziellen Auftritt, der Eröffnung des Bierfestes in Qingdao, sahen mehr als 20.000 Menschen den Akteuren begeistert zu. Mehrere Fernsehanstalten übertrugen die Eröffnung des „Chinesischen Oktoberfestes“. Inmitten der chinesischen Künstler und Popstars waren die Deutschen natürlich Exoten und durch das Medienspektakel sehr schnell bekannt. Auch bei ihren weiteren Auftritten, unter anderem vor dem Regierungsgebäude und in einem Opernhaus, wurden die Paderborner gefeiert und mit viel Applaus belohnt. Für viele chinesische Zuschauer wird es das allererste Mal gewesen sein, dass sie kulturelle Darbietungen aus dem Ausland und speziell aus Deutschland verfolgen durften. Dementsprechend eroberten die „Volkstänzer aus dem Westen“ die Herzen der musik- und tanzbegeisterten Chinesen im Sturm. Zum Dank gab es das volle Programm, die „Tänze des Jahres“ und natürlich die „Westfälische Hochzeit“. Bürgermeister Heinz Paus stieß zum Abschluss der Auftritte der Tanz- und Musikgruppe in Qingdao dazu. Er nutzte die Gelegenheit, trotz seines Urlaubs zahlreiche Gespräche mit Unternehmen und offiziellen Repräsentanten chinesischer Regierungskreise zu führen. Mit dem Qingdaoer Oberbürgermeister Xia Geng besprach er die weiteren Schritte zum kontinuierlichen Ausbau der Kooperation zwischen Qingdao und Paderborn. Qingdao liegt am Gelben Meer. Mit 2,5 Millionen Einwohnern im Zentrum gehört es zur chinesischen Provinz Shandong (80 Mio. Einwohner). Als ehemaliges deutsches Protektorat, im Übrigen weltbekannt durch die Tsingtao-Brauerei, wird Qingdao im Jahr 2008 die Segelwettkämpfe für die Olympischen Spiele in Peking ausrichten. Die Verbindung zwischen der für chinesische Verhältnisse grünen und bedingt durch die Historie teilweise auch relativ deutsch ausstehenden Stadt und Paderborn basiert auf der Verbindung zwischen der Universität Paderborn und der Technischen Universität in Qingdao. Seit einigen Jahren hatten chinesische Studenten die Möglichkeit, ihr in Qingdao begonnenes Maschinenbaustudium in Paderborn fortzusetzen und sogar zu beenden. Umgekehrt werden in diesem Jahr erstmals Paderborner Studenten ihr Maschinenbaustudium, welches sie in Paderborn begonnen haben, in Qingdao fortsetzen. Das seit Oktober 2003 existierende Kooperationsabkommen zwischen Paderborn und Qingdao sieht enge wirtschaftliche Kontakte durch den Austausch von gegenseitigen Delegationen aus dem unternehmerischen Bereich vor sowie Kooperationen im Bereich der Kultur und dem gegenseitigen Schüleraustausch. Zum Paderborner Festival „Musica sacra“ hat die Stadt Paderborn ab dem 15. September zwei der renommiertesten Musiker aus Qingdao eingeladen. Alle Interessierten können dann einmal live dabei sein, wenn ihnen traditionelle chinesische Musik auf höchstem Niveau präsentiert wird. Es ist vorgesehen, dass im November 2005 die zweite Wirtschaftsdelegation von Paderborn nach Qingdao reisen soll.