Libori-Kirmesorgel erspielt 1.200 Euro für Paderborner Frauenhaus

Bärbel und Walter Schneider überreichen Riesenscheck

Martina Schubert war sprachlos, musste erst drei Mal schlucken. Dann ihre ungläubige Frage: „So viel?“ Die Diplom-Sozialarbeiterin, Mitarbeiterin des Paderborner Frauenhauses, hatte gerade erfahren, wie viel die Libori-Kirmesorgel für das Frauenhaus eingespielt hat: 1.200 Euro stand auf dem großen Scheck, den ihr die Betreiber Bärbel und Walter Schneider im Beisein der stellvertretenden Bürgermeisterin Elsbeth Menneken und des Vorsitzenden des zuständigen Werksausschusses, Dieter Honervogt, überreichte. Der Frauenhaus Paderborn e.V. ist seit 1980 Träger des autonomen Paderborner Frauenhauses. In dieser Zufluchtsstätte bietet der Verein mit seinen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen Frauen und deren Kindern Schutz vor körperlicher und seelischer Gewalt. Dieter Honervogt: „Diese Spende soll mit dazu beitragen, dass die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses ihre in unserer Gesellschaft heutzutage leider notwendige Aufgabe erfüllen können, durch parteiliche Unterstützung und Beratung den Betroffenen zu helfen, das erlebte zu verarbeiten und Zukunfstpläne zu entwickeln.“ Wer in der Liborifestwoche vom Westerntor auf die Liborikirmes geht, kann sie weder übersehen noch überhören: die 36er Wrede-Konzertorgel der Schaustellerin Bärbel Schneider. Das über 100 Jahre alte prunkvoll verzierte Riesen-Instrument gehört seit Jahrzehnten zum Paderborner Liboribild und lockt Jahr für Jahr Kinder und Erwachsene an, die das Meisterwerk bestaunen und gespannt auf die Konzerte warten. Viele bedanken sich für das kostenlose Seh- und Hörereignis mit einer kleinen Spende. Stellvertretende Bürgermeisterin Elsbeth Menneken: "Inzwischen haben jetzt schon seit 13 Jahren soziale Einrichtungen in Paderborn von den kostenlosen Libori-Konzerten unserer großen Konzertorgel profitiert." Dazu zählen die Schloß-Werkstätten, die Westfälische Blindenschule, die Luftbrücke für atemwegserkrankte Kinder, die Tagesbetreuung Senioren, die Kinderkrebshilfe, die Kinderstation im St. Vincenz-Krankenhaus, die Caritas, das Haus Mutter und Kind, ein Neuhäuser Kindergarten, der Jugendtreff „Die Villa“ und jetzt das Frauenhaus Paderborn. Eine kurze Zeit war der weitere Einsatz der großen Orgel gefährdet: ein Holzwurm hatte Geschmack an dem historischen Instrument gefunden. Doch Walter Schneider hat ein altes Hausmittel ausprobiert, den ungebeten Eindringling damit gefüttert und hatte Erfolg: die Orgel ist wieder holzwurmfrei und kann Libori 2006 wieder für Freude sorgen.