Auf Spurensuche
Deutsch-Polnisches Projekt arbeitet Geschichte und Gegenwart auf
Auf Spurensuche begeben sich derzeit deutsche und polnische Studentinnen und Studenten. Das auf drei Semester angelegte Kooperationsvorhaben der Universitäten Poznan und Paderborn möchte über die Bezugspunkte der NS-Zeit hinaus gemeinsam Spuren deutsch-polnischer Vergangenheit und Gegenwart nachgehen. Jetzt fand der erste Besuch der polnischen Gruppe in Paderborn statt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Keim vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Paderborn und seinen polnischen Kolleginnen Dr. Grazyna Krajcarz und Dr. Krystyna Grocholewska findet derzeit die Poznaner Spurensuche in Paderborn statt. Im Oktober werden die Paderborner ihre Spurensuche in Poznan beginnen. Im Rahmen dieses ersten Treffens begrüßte jetzt Bürgermeister Heinz Paus die jungen Leute aus Deutschland und Polen im Rathaus. Der Bürgermeister ging dabei insbesondere auf die Geschichte Paderborns im Zweiten Weltkrieg ein und schilderte auch seine persönlichen Kriegserlebnisse. Ausführlich ging der Bürgermeister dabei auf die Aufarbeitung des Themas Zwangsarbeit in Paderborn ein. Es sei ihm ein persönliches Anliegen gewesen, ehemalige Zwangsarbeiter in der Ukraine und in Polen zu besuchen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, so Paus. Die Historikerin Christa Mertens habe das Thema Zwangsarbeit ausführlich wissenschaftlich aufgearbeitet und damit eine gute Grundlage für kommende Generationen geschaffen. „Ich finde es sehr gut, dass sie den Dialog über die Ländergrenzen hinweg suchen“, unterstrich Paus die Bedeutung des Projektes der beiden Universitäten. Er wünschte allen Seiten viel Erfolg dabei. Stationen der Spurensuche in der Region waren bisher das Freilichtmuseum in Detmold, das Hermannsdenkmal, Stationen des Zweiten Weltkriegs in Paderborn, die Wewelsburg, die Kaiserpfalz, Köln und Osnabrück.