Graffiti-Kunst für Canossa

Alte Mühle im neuen Gewand

„Graffiti“ - für viele steht das Wort für Vandalismus, Rücksichtslosigkeit und Schandflecke an Häuserwänden. Dass Graffiti auch Kunst sein kann, beweist das neue Projekt der Graffiti-Börse des Jugendkulturzentrums "MultiCult". An der Mühle Reineke (Ecke Mühlenstraße/Am Haxthausenhof) wurde jetzt die vom 26jährigen Patrick Diekneite gestaltete Fassade präsentiert. Bürgermeister Heinz Paus, der das Graffiti-Projekt ins Leben gerufen hat, war sehr angetan von der Verschönerung der Wand, und auch für Simone Beckhoff vom "MultiCult" ist es "ein voller Erfolg". Die bisher von Schmierereien bedeckte Fassade, die direkt am Zugang vom Maspernplatz zur Canossa-Ausstellung liegt, war Heinz Paus schon lange ein Dorn im Auge. Nach Gesprächen mit den beiden Geschäftsführern der Mühle, Werner F. Reineke und Werner Reineke sen., wurde über die Graffiti-Börse der Kontakt zu Patrick Diekneite hergestellt. "Willkommen in Paderborn!", das Canossa-Logo und eine selbständige Arbeit des Künstlers, schmücken jetzt die Wand. Der Student, der schon seit 1995 sprayt, hat schon oft private Aufträge erfüllt. „Dies ist meine erste Zusammenarbeit mit der Graffiti-Börse“, erklärt Diekneite. Ungefähr 40 Stunden habe er für diese Arbeit gebraucht und viele Spraydosen", erzählt er. Für das Material sorgte die Stadt, eine gute Investition, wie alle Beteiligten übereinstimmend feststellten. Ziel der Graffiti–Börse ist es, Künstler mit interessierten Hauseigentümern zusammen zu bringen. Sprayer bzw. Eigentümer können sich unter der Rufnummer 05251/280950 eintragen lassen, die Verbindung wird dann durch das Jugendamt hergestellt. In vielen Fällen ist die Zusammenarbeit schon gut gelungen, auch die beiden Geschäftsführer freuen sich über das neue Kunstwerk an der Mühle, die aus dem Jahr 1886 stammt. Heute reicht die Pader zwar nicht mehr, um den Betrieb ausreichend mit Strom zu versorgen, trotzdem werden mit modernen Maschinen immer noch 120 Tonnen Getreide im Monat zu Mehl gemahlen.