Genies beim Silvesterpunsch

Im Neuhäuser Schloss

Der Erzähler Wilhelm Wieben, über 30 Jahre lang Tagesschausprecher, die Geigerin Mirijam Contzen, vielfach preisgekrönter Jungstar der Klassik-Szene(Echo Klassik, Deutscher Schallplattenpreis u.a.) und weitere Musiker lassen die historische Begegnung von Johannes Brahms und Peter Tschaikowsky lebendig werden. Das außergewöhnliche landesweite Konzertprojekt „Genies beim Silvesterpunsch“ des Kultursekretariats NRW mit Sitz in Gütersloh erlebt im Audienzsaal in Schloß Neuhaus am Dienstag, 12. Dezember, um 20 Uhr seine Premiere. Karten gibt es im Ticket-Center am Marienplatz, Telefon (05251) 299750, sowie an der Abendkasse. Die beiden Komponisten, die sich respektierten, aber nicht mochten, begegneten einander am Silvesterabend 1887 in Leipzig. Diese historisch verbürgte Szene verarbeitete Thomas Manns Sohn Klaus, dessen 100. Geburtstag vor wenigen Tagen gefeiert wurde, in seinem Tschaikowsky-Roman „Symphonie Pathétique“. Neben Tschaikowsky und Brahms treten viele Größen des internationalen Musiklebens des späten 19. Jahrhunderts auf, unter anderem Edvard Grieg. Klaus Mann hat all das hervorragend recherchiert, alle Figuren und Begegnungen haben einen realen Hintergrund. Die Lesung aus dem Roman und die Musik greifen eng ineinander. Höhepunkte bilden Sätze aus Klaviertrios von Tschaikowsky und Brahms sowie aus einer Violinsonate von Grieg. Aber auch Arrangements von Orchesterwerken von Tschaikowsky und Brahms sowie eine Melodie des von Tschaikowsky hochgeschätzten Charles Gounod kommen vor. Mit dem Konzert in Schloß Neuhaus startet das Projekt des Kultursekretariats. Es sind bereits 11 weitere Termine im ganzen Bundesland bis Januar 2008 gebucht. Ideengeber war der Paderborner Kulturamtsleiter Christoph Gockel-Böhner, studierter Theater- und Literaturwissenschaftler, der im Arbeitskreis Musik des Kultursekretariats NRW, den Vorsitz hat. Mit besonderer Spannung sieht Mirijam Contzen dem Konzert in Schloß Neuhaus entgegen. „Meine Vorfahren stammen aus Schloß Neuhaus“, verrät der Jungstar der Klassik-Szene. Von dem großen Anwesen mitten im Ort geblieben ist nur der Wappenstein, der heute dekorativ das Interieur von Mirijam Contzens Elternhaus im Münsterland ziert.