Exlibris weist den Stifter aus

Paderborner Stadtarchiv dankt Lions-Club Paderborn

© Stadt Paderborn

"In jedem Zoo, Museum oder jeder öffentlichen Bibliothek in den USA gibt es einen, oft auf eine Tafel in Stein gemeißelten Dank an die Stifter", weiß Dr. Volker Werb. Dagegen stehe die Schenk- und Dankeskultur hierzulande noch am Anfang, so das Mitglied des Lions-Clubs Paderborn. Um dies zu ändern, überreichten er und Lions-Präsident Gunnar Grahl Exlibris an das Stadtarchiv, die Bürgermeister Heinz Paus und Stadtarchivar Rolf-Dietrich entgegen nahmen. In diesem Namenszeichen können sich künftig Stifter und Spender von Büchern verewigen. Das so genannte Donatoren (Geber, Spender) Exlibris zeigt das Paderborner Stadtwappen, eine Mauerkrone als Zeichen der historischen, ehemals befestigten Stadt und drauf eine Eule. Sie gilt als Sinnbild der Weisheit und hat durch den Verlagsbuchhandel weite Verbreitung gefunden. Das Exlibris trägt den Schriftzug: "Geschenk an das Stadtarchiv Paderborn zum Nutzen aller Bürger, die sich hier informieren und forschen. Der Dank dafür gilt:..". Der schmucke Zettel soll künftig an alle Schriftstücke geheftet bzw. in Bücher geklebt werden, die von Bürgern, Vereinen, Firmen und anderen Institutionen dem Stadtarchiv geschenkt werden. "Mit dieser Art, Dank zu sagen, möchten wir erreichen, dass für Vereins- und Alltagsgeschichte interessante Schriftstücke oder Fotos nicht im Papierkorb, sondern im Stadtarchiv landen", so Dr. Volker Werb. Das Donatoren Exlibris möge dazu beitragen, dass die Bürger das Stadtarchiv als ihres ansehen, es mehr beschenken und mehr nutzen. Für die Stadt Paderborn bedankten sich Bürgermeister Heinz Paus und Stadtarchivar Rolf-Dietrich Müller. Es sei eine sehr gute Idee, um die Verbindung zum Archiv zu fördern, sagte Heinz Paus. "Wir sind das für die Bürgerinnen und Bürger eingerichtete Gedächtnis der Stadt, das auf deren Unterstützung baut", sieht Rolf-Dietrich Müller eine enge Beziehung. Das Exlibris könne besonders hilfreich sein, wenn es um die Quellen zur Alltagsgeschichte gehe, die sich oftmals in Privatbesitz oder im Besitz von Vereinen, Firmen und Organisationen befinden. Die Herkunft dieser Quellen erschließe sich damit auf den ersten Blick und nicht erst durch das Inventarverzeichnis. Aus seinen Privatbeständen überreichte Dr. Werb dem Stadtarchiv außerdem zwei Bücher. Es handelt sich dabei um die "Flora von Paderborn" (Schöning-Verlag 1868) und "Die Bildnisse der Paderborner Fürsten und Bischöfe", das Konrad Mertens, damaliger Direktor des Altertumsvereins 1892 herausgegeben hat. Diese beiden Bände werden als erste mit dem neuen Donatoren-Exlibris versehen.