Dichtung des "roten Weber"
Paderborner Literatur-Forum
Einmal mehr widmet sich das Paderborner Literatur-Forum den klassischen Werken. Am Dienstag, 21. Februar, wird es um 20 Uhr im Museum für Stadtgeschichte im Adam-und-Eva-Haus einen Friedrich-Wilhelm-Weber-Abend geben. Karten sind im Vorverkauf in den Linnemann-Buchhandlungen oder an der Abendkasse im Adam+Eva-Haus erhältlich. Weber gehört zu den bedeutenden Persönlichkeiten Westfalens und der Region. Helmut Waldmann, Vorsitzender der Friedrich-Wilhelm-Weber-Gesellschaft, wird Lebensstationen Webers in Bad Driburg, Paderborn, Schloss Thienhausen und Nieheim nachgehen und aus dem Werk des Dichters rezitieren. Geboren als Sohn eines Försters legte Friedrich Wilhelm Weber 1833 am Gymnasium Theodorianum in Paderborn seine Abiturprüfung ab und studierte Medizin in Greifswald und Breslau, wo er auch Hoffmann von Fallersleben und Gustav Freytag begegnete. Nach dem medizinischen Staatsexamen 1840 in Berlin wirkte Weber nach einigen Wanderjahren, die ihn durch ganz Europa führten, als Arzt in Bad Driburg und als Brunnenarzt in Bad Lippspringe. Seine politische Laufbahn begann er als Mitglied des Driburger demokratischen Vereins 1854 als Stadtverordneter in der Badestadt am Fuss des Eggegebirges. Seine demokratische Grundhaltung brachte ihm den Namen "der rote Weber" ein. Von 1862 bis 1893 vertrat er den Wahlkreis Höxter/Warburg als Mitglied der Zentrumspartei im preußischen Landtag. Von 1867 bis 1887 lebte Weber mit seiner Familie auf dem Wasserschloss Thienhausen und siedelte nach zwei großen Brandkatastrophen 1887 in das Landstädtchen Nieheim um, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Neben seiner beruflichen und politischen Tätigkeit widmete sich Weber sein gesamtes Leben lang der Dichtung. Bereits als Gymnasiast schrieb er erste Gedichte, trat aber erst 65jährig mit seinem Epos "Dreizehnlinden" ins Rampenlicht und wurde damit weit über seine heimatliche Region hinaus bekannt. Seine weiteren Dichtungen wie zum Beispiel der Gedichtband die „Herbstblätter" sind für viele unvergessen. Webers Verse sind von frischer Lebendigkeit erfüllt, er wollte damit Beispiel geben und Ideale aufrichten, zu wirken für das Gute und Edle. Höher als das Wort stand ihm die Tat, die harte pflichtgetreue Arbeit als Arzt und die Verantwortung als Politiker. Die Erinnerung an Friedrich Wilhelm Weber wird heute durch die Webergesellschaft und die Gedenkstätten in seinem Geburtshaus Ahlhausen und im Weberhaus Nieheim (Heimvolkshochschule des Kolpingwerks) wach gehalten.