Zwangsarbeit dokumentiert
Galerie Bilderbogen im Stadthaus
"Glücklich war es nicht, doch ich habe allen verziehen." Diese Antwort von Kazimiera Paszkiewicz auf die Frage, ob ihr Leben glücklich war, stimmt nachdenklich. Das Schicksal der Polin, die mit 15 Jahren nach Deutschland zur Zwangsarbeit verschleppt wurde, ist Thema der Ausstellung, die noch bis zum 31. März in der Galerie Bilderbogen in der Paderborner Stadtverwaltung zu sehen ist. Anhand von Lebensläufen und Fakten haben Schüler des Wirtschaftsgymnasiums des Ludwig Erhard Berufskollegs gemeinsam mit Schülern und Studenten des polnischen Kulturvereins "Borussia" das Kapitel Zwangsarbeit in Paderborn während des Nationalsozialismus aufgearbeitet. Dokumentiert haben sie all das zusätzlich in einem Buch unter dem Titel "Was ich verloren habe, das erlangen wir nie wieder". Bürgermeister Heinz Paus dankte bei der Eröffnung, an der auch Kulturdezernent Carsten Venherm und Rainer Newe, Schulleiter des Ludwig Erhard Berufskollegs teilnahm, den Schülern und insbesondere den Initiatoren Dirk Bauer und Christoph Marx. Die Stadt Paderborn habe sich in den letzten vier Jahren ausführlich mit diesem Kapitel der Paderborner Geschichte beschäftigt, um es dem Vergessen zu entreißen. Paus berichtete von den beiden Treffen mit Zwangsarbeitern im ukrainischen Donezk und in Warschau, die ihm stets in Erinnerung bleiben werden. Auch dieses jüngste Projekt trage dazu bei, dass die Zwangsarbeit kein Thema nur der Zeitzeugen geblieben sei, sondern die Aufmerksamkeit vieler Menschen bekommen habe, so der Bürgermeister.