Wie wohnt Paderborn in Zukunft?

Workshop der Stadt Paderborn gab Impulse

Wie wohnt Paderborn in Zukunft? Welche kommunalen Konzepte gibt es, um den Wohnungsmarkt zukunftsfähig zu machen? Welche Rolle spielt dabei die Wohnungsmarktbeobachtung? Fragen, die beim Workshop zum Thema „Wohnen in Paderborn – heute und morgen“ eine Rolle spielten. Das Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen der Stadt Paderborn hatte dazu in den Technologiepark eingeladen. Mehr als 60 Fachleute der Wohnungswirtschaft, darunter Architekten, Immobilienmakler, Vertreter von Bauträger, Banken und Finanzierungsinstitute, nahmen teil und zeigten sich von der Veranstaltung angetan. Bürgermeister Heinz Paus stellte eingangs die große Bedeutung des Themas heraus. Paderborn als vergleichsweise junge und wachsende Stadt habe hier einen besonderen Bedarf. Die Stadt habe diesem mit der Ausweisung neuer Baugebiete in den letzten Jahren entsprochen. Als gute Grundlage für kommunale Strategien für das Wohnen der Zukunft bezeichnete Karl-Friedrich Hofmann von der Wohnungsbauförderungsanstalt Nordrhein-Westfalen aus Düsseldorf die Wohnungsmarktbeobachtung. Er machte deutlich, warum Wohnungsmarktbeobachtung sowohl auf Landesebene als auch regionaler Ebene wichtig ist. Ferner wies er auf die aktuellen Entwicklungen in der Wohnungsbauförderung hin. Paderborn sei weiterhin zwar eine wachsende Stadt mit fast 142.000 Einwohnerinnen und Einwohner, jedoch werde die demographische Entwicklung auch hier nicht Halt machen, sagte Hubert Robrecht vom Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen der Stadt Paderborn. Die Altersstruktur werde sich bis zum Jahre 2020 deutlich verschieben. Immer mehr ältere stünden immer weniger jüngeren Leuten gegenüber. Robrecht stellte die wichtigsten Kernaussagen des ersten Wohnungsmarktberichtes vor, der im letzten Jahr herausgegeben wurde. Fakten, die es ermöglichen fachkompetent über die Thematik in Zukunft auch diskutieren zu können. Thorsten Mertens, Vorstandsmitglied des Spar- und Bauvereins, beschrieb eindrucksvoll die Lage auf dem Wohnungsmarkt aus Sicht eines Vermieters mit den derzeitigen Risiken. Er stellte die Ausgleichszahlung im Wohnungsbereich (von Mieter in Sozialwohnungen zu zahlen, deren Einkünfte ein bestimmtes Maß überschreiten) in Frage und wies auf den sich anbahnenden Strukturwandel in negativer Hinsicht in den einzelnen Paderborner Quartieren hin. Die städtebauliche Entwicklung und den zukünftigen Wohnbaubedarf zeigte Volker Schultze, Leiter des Stadtplanungsamtes, anhand von Paderborner Beispielen auf. Der Paderborner Architekt Martin Wäschle machte in seinem Vortrag deutlich, dass Gebäude flexibel zu nutzen sein müssen, um den heutigen Anforderungen, unter anderem im Hinblick auf Barrierefreiheit, zu entsprechen. Gebäudesanierung und Energieeinsparung seien angesichts der steigenden Energiepreise immer wichtiger, so Günter Voß vom Institut zur energetischen Gebäudesanierung aus Lichtenau. Die Stadt Paderborn will künftig regelmäßig derartige Workshops zu verschiedenen Themen aus dem Bereich „Wohnen“ durchführen.