Zusammenarbeit zwischen Kitas und Schulen verbessern

Kind und Ko stellt Ergebnisse der Elternbefragung vor

Kindertagesstätten und Schulen sollten eng zusammenarbeiten. Das wünschen sich 90 Prozent der Eltern, die im Auftrag des Projekts "Kind und Ko" zum Thema Übergang von der Kita in die Grundschule befragt wurden. „Die Unterstützung von Kindern in dieser Zeit ist eine Aufgabe, die von allen gemeinsam wahrgenommen werden sollte, von Kita, Schule und Eltern“, sagte Paderborns Bürgermeister Heinz Paus bei der öffentlichen Präsentation der Ergebnisse in der Kulturwerkstatt Paderborn. Das erfordere intensive Kommunikation und Abstimmung zwischen allen Beteiligten. Die Befragung ist ein wichtiger Teil von "Kind und Ko", einem Modellprojekt von Bertelsmann Stiftung, Heinz Nixdorf Stiftung und den Städten Paderborn und Chemnitz. 900 Eltern nahmen allein in Paderborn an der Studie teil. Zwar geben mehr als 70 Prozent der Befragten an, dass sie zufrieden mit dem Engagement der Kitas und Schulen sind; dennoch bringt die Befragung entscheidende Verbesserungsmöglichkeiten ans Licht: So können nur 41 Prozent der Eltern über gemeinsame Elternabende von Schulen und Kindertagesstätten berichten. Viele Mütter und Väter bedauern, dass sich die zukünftige Klassenlehrerin nicht bereits im Kindergarten vorstellt. Weiterhin wünschen sich die Eltern mehr wechselseitige Besuche von Kindergartenkindern und Schülern. Wenn ihr Kind kurz vor der Einschulung steht, ist Eltern eine intensive Beratung wichtig. Am häufigsten suchen sie das Gespräch mit einer Erzieherin, wie fast 60 Prozent der Eltern angeben. Eltern schätzen den alltäglichen Kontakt zur Kita, beim Bringen und Abholen ihres Kindes. Auch das Gesundheitsamt wird in Anspruch genommen, doch fühlen sich Eltern dort nicht immer ausreichend unterstützt. 70 Prozent der Paderborner und 83 Prozent der Chemnitzer Eltern möchten, dass Kinder in Kitas bereits mit Rechen- und Schreibübungen beginnen. Dies werde in der Fachpädagogik anders gesehen, sagt Dr. Christof Eichert, Leiter des Themenfelds Bildung der Bertelsmann Stiftung. Schrift und Zahlen sollten in der Kita nicht fehlen. Kinder müssten aber nicht schon das ABC aufs Papier bringen, wenn sie ihren ersten Schultag absolvieren. Ziel müsse sein, dass Kinder neugierig und selbstbewusst in die Schule gehen, mit Forscherdrang und Bewegungslust. „Deshalb ist es wichtig, dass Eltern, Erzieherinnen und Lehrer sich viel mehr darüber austauschen, wie und was Kinder lernen, und was sie von den Erwachsenen dafür benötigen“, so Eichert: „Sie sollten ein gemeinsames Bildungsverständnis entwickeln.“ In Paderborn wird eine Arbeitsgruppe des Projektes „Kind und Ko“ dies jetzt in Angriff nehmen: Vertreter aus Schulen, Kindertagesstätten, dem Gesundheitsamt und dem Jugendamt entwickeln Handlungsempfehlungen für die Stadt. Eine Kurzfassung der Studie ist unter www.kinder-frueher-foerdern.de zu finden.