Bildung stöhrt nur - Protest per Postkarte

Paderborner VHS beteiligte sich an Kampagne gegen Kürzung von Landesmitteln

© Stadt Paderborn

Das Land NRW plant für 2007 die Förderung von Weiterbildungseinrichtungen um weitere 20 Prozent zu reduzieren. Damit wäre von 2002 bis 2007 die Förderung nach dem Weiterbildungsgesetz von etwa 120 Millionen Euro auf etwa 78 Millionen Euro um 38 Prozent gekürzt worden. Für die Volkshochschule (VHS) der Stadt Paderborn bedeuten die geplanten Kürzungen eine Subventionseinbuße von etwa 80.000 Euro. "Um den geplanten Kürzungen entgegenzuwirken, beteiligten auch wir uns wie fast alle Volkshochschulen an der Kampagne des Landesverbandes der Volkshochschulen von NRW mit dem Titel 'Bildung stöhrt nur'", so Petra Hensel-Stolz. Die Leiterin der Paderborner Volkshochschule appelliert an die für Paderborn zuständigen Landtagsabgeordneten Maria Westerhorstmann und Wolfgang Schmitz, sich für eine solide Grundfinanzierung kommunaler Bildung einzusetzen und die geplanten Kürzungen noch einmal abzuwenden. Die Kürzung der Mittel hätte für die Menschen, die Volkshochschulen und andere Weiterbildungseinrichtungen besuchen, katastrophale Folgen. Die Angebote der 138 Volkshochschulen in NRW werden von ca. 1,8 Millionen Bürgerinnen und Bürgern in Anspruch genommen. Die Volkshochschulen als kommunale Weiterbildungszentren stehen für ein wohnortnahes, differenziertes, qualitativ hochwertiges und erschwingliches Weiterbildungsangebot. Die geplante Kürzung würde vor allem in Folge von Personalabbau zu drastischen Reduzierungen des Angebots und zu deutlichen Erhöhungen der Teilnahmeentgelte führen, da die Kommunen aufgrund ihrer schwierigen Finanzsituation die Kürzungen der Landesförderung nicht auffangen können. Das heißt: Es würde weniger Weiterbildung geben, die teurer würde und für viele nicht mehr bezahlbar wäre. Im Rahmen der Kampagne waren Bürger und Bürgerinnen aufgerufen, ihren Protest gegen die Kürzungen per Postkarte an den Ministerpräsidenten des Landes NRW zu äußern. Unter den knapp 80.000 Postkarten, die am Montag, 13. November, im Düsseldorfer Bildungsministerium übergeben worden waren, befanden sich etwa 1000 Karten aus Paderborn. Gleichzeitig haben sich sowohl die kommunalen Spitzenverbände als auch die Berufsverbände der Bildungsanbieter in entsprechenden Briefen an die Landesregierung gegen die Reduzierung der Subventionen ausgesprochen und deutlich gemacht, welche Konsequenzen dies für die Bildungslandschaft in NRW hätte. Der Landtag entscheidet aller Voraussicht nach im Dezember 2006 darüber, ob die geplanten Kürzungen vollzogen werden.