Bauschutt weicht neuem Wohnpark

Abbruch der Crocker Barracks abgeschlossen

© Stadt Paderborn

Noch verbauen Bauschuttberge die freie Sicht. Doch in der Herbstsonne lässt sich erahnen, welches Juwel das 128.000 Quadratmeter große Gelände an der Bielefelder Straße zwischen Schloß Neuhaus und Sennelager ist. "Der hier einmal entstehende Wohnpark Thune wird ein attraktives Wohngebiet", ist sich Bürgermeister Heinz Paus sicher. Er war zum Abschluss der Abbrucharbeiten auf das Gelände gekommen, um den Beteiligten im Beisein von Nachbarn und Mitgliedern des Neuhäuser Bezirksausschusses Dank zu sagen. "75.000 Kubikmeter Bauschutt, Bodenplatten von ein bis zwei Metern und die Sprengungen von fünf Gebäuden lassen erahnen, dass hier kräftig in die Hände gespuckt werden musste", blickt Heinz Paus auf den Umfang der Aufgabe. Doch die Arbeitsgruppe Crocker Barracks habe unter der Federführung des Amtes für Gebäudemanagement der Stadt Paderborn dieses Riesenpensum bestens bewältigt. Sein Dank galt in dieser Hinsicht außerdem dem Amt für Umweltschutz und Grünflächen, dem Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen sowie dem Rechnungsprüfungsamt der Stadt Paderborn. Lob auch für die Partner der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der Oberfinanzdirektion Münster sowie den direkt am Abbruch beteiligten Firmen Dr. Kerth und Lampe Geo-Infometric, Bauingenieure Weissenfels und Bodo Freimuth. Von 1936 bis 1938 entstand auf dieser Fläche das so genannte Heeresverpflegungsamt. Bis 1945 wurde dies von der deutschen Wehrmacht genutzt. Von 1945 bis 2000 war es in der Hand der englischen Streitkräfte. Episode am Rande: 1977 soll die englische Königin im Rahmen ihres Besuchs zum 1200jährigen Stadtjubiläum auf dem Gelände in einem noblen Eisenbahnwagen übernachtet haben. Nach langem Ringen gelang es der Stadt Paderborn 2004, das Gelände von der Bundesfinanzverwaltung zu erwerben. Für 2,7 Millionen Euro wurden von Januar bis November dieses Jahres mehr als 40 Gebäude unterschiedlicher Bauart, fünf Hektar befestigte Flächen. zwei Kilometer Bahngleise und etwa zehn Kilometer Ver- und Entsorgungsleitungen entfernt. Die insgesamt 75.000 Kubikmeter Bauschutt, die auf Schadstoffe geprüft wurden, sind zum Großteil weiter verarbeitet worden. So profitierten unter anderem der Lärmschutzwall für das neue Wohngebiet und Straßenbau davon. Das belastete Material wurde entsprechend entsorgt. Vorhandenes Natursteinpflaster soll in Straßen der Stadt wieder eingebaut werden, die neueren Stahlbeton-Hallen beispielsweise für einen Einkaufmarkt wieder aufgebaut werden. Im kommenden Jahr soll auf dem Gelände mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses mit Rettungswache begonnen werden. Gleichzeitig soll die Erschließung des Geländes für das spätere Wohngebiet beginnen. 2008 sollen die Grundstücke vermarktet und gegebenenfalls auch schon die ersten Häuser gebaut werden. Gegenwärtig wird der Bebauungsplan für das Gelände aufgestellt. Er sieht 130 Grundstücke für Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser vor. In etwa 170 Wohnungen sollen im Wohnpark Thune bis zu 700 Menschen wohnen können.