Integration auf dem richtigen Weg

KOMM-IN zieht Jahresbilanz

„Der KOMM-IN Prozess hat in der Stadt Paderborn schon viele positive Zeichen gesetzt. Nun müssen aber noch die Bürger dabei sein, nicht nur öffentliche Vertreter, weil Integration sonst nicht funktioniert.“ wie Alexander Wittmer vom Vorstand Monolith e.V. in seiner Begrüßungsansprache zur Eröffnung der Konferenz „Zukunft der Integrationsarbeit deutlich machte. Er traf damit genau die Einschätzung der rund 100 Vertreter der lokalen Migrantenselbstorganisationen, freien Trägern, Kindertagesstätten, Schulen, Behörden und Institutionen und einzelnen Repräsentantinnen der Politik. Marcus Heidebrecht, Leiter des Integrationsbüros in Paderborn, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Friedrich-von-Spee Gesamtschule und bedankte sich für die gelungene Zusammenarbeit. „Fast genau ein Jahr ist es nun her,“ erinnerte er, „dass die Arbeit am Migrationspolitischen Handlungskonzept der Stadt Paderborn begann.“ Durch das hohe Engagement in verschiedenen Arbeitsgruppen entstand eine gute Vorlage, die den Rahmen für die weitere Integrationsförderung in Paderborn bilden soll. Engin Sakal, Vorsitzender des Migrationsbeirates, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass hiermit jedoch die Arbeit keinesfalls zu Ende sein dürfe. Vielmehr erbat er auch zukünftig das gleiche Engagement, die gleiche Bereitschaft zur Mitarbeit. Er appellierte auch an die Beteiligten des Prozesses: „Das migrationspolitische Handlungskonzept darf nicht nur durch diese großen Runde gewünscht sein, es muss auch langfristig von den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und insbesondere auch von der Politik mitgetragen werden.“ Nach den Begrüßungsworten stellten die fünf verschiedenen Projektgruppen, die an dem Handlungskonzept gearbeitet haben, dem Plenum ihre Ergebnisse vor. In allen Präsentationen wurde die sehr kooperative und konstruktive Arbeitsweise gelobt. Als konkrete Ergebnisse konnten unter anderem vielfältige zusätzliche Initiativen im Bereich der Sprachförderung herausgestellt werden. Auf das gute Zusammenwirken der ARGE Paderborn, des Bundesamtes für Migration und Flüchtling, der Sprachkursträger, des Jugendamtes, der Ausländerbehörde und der Volkshochschule sind alle Beteiligten mit Recht stolz. Positive Signale der Öffentlichkeitsarbeit oder ein Konzept zur Stärkung der Interkulturellen Kompetenz von Lehrern und Erzieherinnen waren weitere wichtige Projekte, die vorgestellt wurden. Bei den zukünftigen Aktivitäten sollen die begonnenen Ansätze fortgeführt und neue Projekte ins Auge gefasst werden, wie zum Beispiel die Bildung eines interreligiösen Forums die Einrichtung einer Kleingartensiedlung in der Nähe des Kaukenbergs. Michael Kriesten, Leiter der Ausländerbehörde, verdeutlichte, dass sich die Mitarbeiter im Sinne des Dienstleistungsgedanken als kompetente Beratungsstelle profilieren möchten. Durch veränderte Öffnungszeiten und Terminvergaben sollen unnötige Wartezeiten vermieden und der einzelne Ratsuchende in Ruhe fachlich kompetent beraten werden. Paderborner Unternehmen oder der Universität sollen sich mit allen ausländerrechtlichen Fragen an die Behörde wenden können, um möglichst schon im Vorfeld sinnvolle Lösungen zu erzielen. In der Abschlussrunde der Konferenz wurde deutlich, dass neben vielen Ideen und Einzelprojekten insbesondere das ganz konkrete Miteinander weiterhin ein zentrales Anliegen sein wird. „Informationsdefizite und Mißverständnisse lassen sich dort am besten beheben, wo die Menschen sich kennen und miteinander ins Gespräch kommen. Diese Kultur auch zwischen haupt- und ehrenamtlichen Akteuren gilt es zu stärken.“ so Hans Wietert-Wehkamp, der Leiter des Instituts für soziale Innovation, der den KOMM-IN Prozess in Paderborn als externer Berater begleitete.