Kämmerer mit Herz für die Feuerwehr

I. Beigeordneter Dieter Bartha geht in den Ruhestand

Am Donnerstag dieser Woche hatte er noch seinen Entwurf für den Haushalt 2007 in den Rat eingebracht. Am Freitag nun räumt der I. Beigeordnete und Kämmerer der Stadt Paderborn, Dieter Bartha, nach mehr als 21 Jahren seinen Schreibtisch im Stadthaus. „Solange wie ich hat es hier schon lange keiner mehr ausgehalten“, sagt der kommunale Spitzenbeamte augenzwinkernd wohl mit Blick auf die bisweilen nur kurze Verweildauer anderer Beigeordneter in der Vergangenheit. Mit großem Lob für seine Sachkunde, seine Gradlinigkeit und seinen Einsatz bis zum letzten Tag dankte Bürgermeister Heinz Paus seinem allgemeinen Vertreter, der in der ganzen Verwaltung höchstes Ansehen genossen hat. In den letzten zehn Jahren hat zwar die Funktion als Kämmerer stärker im Vordergrund seiner Tätigkeit gestanden, Bartha war aber zu seiner Dienstzeit als Dezernent auch für viele andere Bereiche zuständig. Es gäbe, so sagt er selbst, mit Ausnahme der Ämter des technischen Bereichs fast kein Amt, das nicht irgendwann zu seinem Dezernat gehört habe. „Der Rat, der über die Geschäftsverteilung entscheidet, hat mir viel zugetraut, bis er schließlich erkannt hat, dass ein bei den Schwaben aufgewachsener und etliche Jahre in Lippe Gedienter sich wohl zum Kämmerer besonders gut eignen müsste“, sagt der scheidende Beamte. In Barthas Zeit als Kämmerer fielen die Jahre, in denen es um die Finanzen auch der Kommunen wegen lahmender Konjunktur, hoher Arbeitslosigkeit und damit verbundener Steuerausfälle schlecht bestellt war. „Aber“, so betonte er in seiner gestrigen Haushaltsrede, „wir sind über die Runden gekommen, ohne – wie derzeit 187 andere Kommunen im Land – in die Haushaltssicherung zu geraten. Und es geht wieder aufwärts.“ Bartha benutzte seine Rede zur Einbringung des Haushalts im Übrigen auch dafür, sich bei Kämmereileiter Friedhelm Meyer und dessen Mitarbeitern für die, wie er sagte, nicht nur gute, sondern sehr gute Zusammenarbeit zu bedanken. Auch dankte er besonders den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses für das Vertrauen, das ihm und Friedhelm Meyer entgegengebracht worden sei. Unmittelbar vor der Ratssitzung war Bartha aus dem Kreis der übrigen Dezernenten und der Amtsleiter verabschiedet worden. Schon am Montagabend hatte ihm die Paderborner Feuerwehr alle Ehre erwiesen. Vor fast 300 Feuerwehrmännern und –frauen sagte Feuerwehrchef Ralf Schmitz: „Wir verabschieden sie nicht – sie bleiben einer von uns.“ Er ernannte Bartha, der fast während seiner ganzen Amtszeit der für die Feuerwehr zuständige Beigeordnete war, zum 1. Ehrenmitglied der Feuerwehr Paderborn. Bartha zeigte sich in seiner kurzen Dankesrede tief beeindruckt davon, dass am Ende der feierlichen Zeremonie auf dem Gelände der Feuerwache Süd zu seinen Ehren der Große Zapfenstreich gespielt worden war. Es passt zu ihm, dass er am Ende sagte, er habe nur seine Pflicht getan. Dieter Bartha zeigte sich in der Ratssitzung besonders erfreut darüber, dass Bürgermeister Heinz Paus zur Verabschiedung auch einige Weggefährten des Stellvertreters eingeladen hatte. Der frühere Stadtdirektor Dr. Werner Schmeken war der Einladung gefolgt. Wilhelm Ferlings hatte sich mit Bedauern entschuldigen müssen. Mit Blick auf die drei Hauptverwaltungsbeamten, deren Vertreter er gewesen war, gab Bartha mit schmunzelndem Unterton auch erstmals eine Erklärung für sein Ausscheiden schon mit 63 Jahren ab: „Wer diese drei vertreten hat, schafft’s vielleicht nicht mehr bis 65“. Ein Gast fand besondere Worte der Anerkennung für Bartha. Bürgermeister Heinrich Scholl aus der brandenburgischen Stadt Ludwigsfelde bedankte sich für die tatkräftige Hilfe, die die Stadt Paderborn beim Aufbau der Ludwigsfelder Stadtverwaltung nach dem Fall der Mauer geleistet hatte. Ein besonderes Dankeschön ging an Dieter Bartha und den ebenfalls anwesenden früheren Leiter des Haupt- und Personalamtes der Stadt, Hans Kaup. Diese beiden Verwaltungsfachleute hätten, so sagte Scholl, mit ihrer Sachkenntnis und ihrer so gar nicht besserwisserlichen Art einen unschätzbaren Anteil daran, dass Ludwigsfelde in vergleichsweise kurzer Zeit eine gut funktionierende Verwaltung habe aufbauen können. Der sich an die offizielle Verabschiedung im großen Rathaussaal anschließende Umtrunk im Ratskeller soll am Donnerstagabend dann doch etwas länger gedauert haben.