Bernd Glemser spielt Schostakowitsch und Rachmaninow

Einer der besten Pianisten der Gegenwart

Wenn es darum geht, den besten deutschen Pianisten der Gegenwart zu benennen, gehört sein Name zu den heißen Anwärtern: Bernd Glemser. Am Dienstag, 24. Oktober gibt er um 20 Uhr in der Paderhalle einen Klavierabend. Karten gibt es im Ticket-Center am Marienplatz, Tel. (05251) 2 99 75-0. Dabei ist Glemser kein glatter Medienstar, sondern ein gewissenhafter, zurückhaltender er Künstler. Trotz der enormen Wettbewerbserfolge am Anfang seiner Karriere – er gewann nicht weniger als 17 Wettbewerbe, darunter den ARD Wettbewerb und er wurde 1989 zum jüngsten Klavierprofessor Deutschlands berufen – hat er sich die Zeit zum behutsamen Reifen gegeben. Auch die Jubelhymnen der Presse, die seinen Weg von Sidney bis New York, von der Schubertiade zum Klavierfestival Ruhr, stets begleiteten, brachten ihn, der eher zum Understatement neigt, nie von seiner kontinuierlichen Entwicklung ab. Nach Paderborn kommt er mit zwei grundverschiedenen Programmhälften. Im ersten Teil widmet er sich Dmitri Schostakowitsch, dessen 100. Geburtstag die Musikwelt in diesem Jahr feiert. Seine Präludien und Fugen stellt er denen von Johann Sebastian Bach gegenüber. In der zweiten Programmhälfte wirft er sich in die heiße Musik seines Lieblingskomponisten Sergej Rachmaninow. Dessen Musik wurde in Deutschland lange mit spitzen Fingern angefasst. „Bernd Glemser jedoch weiß mit den krachenden und den streichelnden Einheiten umzugehen, er übertreibt nicht, aber er wirft sich auch im rechten Moment in diese heiße Musik, die für echte Pianisten, also musikalische Fleischfresser geschrieben ist und nicht für pianistische Vegetarier mit Vorbehalten gegenüber allzu kalorienreicher Kost.“ schrieb „Klassik heute“.