Glasperlen werden hergestellt
Am Sonntag im Historischen Museum
Am Sonntag, 29. Oktober, wird im Historischen Museum im Neuhäuser Marstall gezeigt, wie Glasperlen aus der Merowingerzeit gefertigt werden. Christian Wilczewski, Archäologe vom Westfälischen Glasforum führt das im Rahmen der Sonderausstellung „Zauberwelt des Glasschmucks“ vor. Das Historische Museum lädt zu dieser kostenlosen Veranstaltung ein. Das Geschlecht der Merowinger stellte bis ins Jahr 751 n. Chr. die Herrschaftsdynastie der Franken. Ihnen folgten das Reich der Karolingerzeit bis 987 n. Chr. Die Zeit der Merowinger kennt neben einer Vielzahl einfacher Perlen auch besonders komplexe Exemplare, die so genannten Millefiori-Perlen (= 1000 Blüten). Bei dieser Technik wird die Perle aus mehreren Elementen zusammengesetzt, deren Schöpfung mannigfach berichtet wird. Das gewünschte Modell wird aus verschiedenfarbigen Glasmassen gebildet. Dann wird die erhitzte und noch weiche Glasmasse auseinander gezogen, so dass sich ein Faden von einer bestimmten Stärke ergibt, dessen Querschnitt immer noch das - nun aber verkleinerte - Muster aufweist. Aus diesem Stab werden Plättchen geschnitten, die - aneinander gelegt - das Muster der Perle ergeben werden. Die Plättchen werden erhitzt, so dass sie miteinander einen Verbund eingehen, und das noch formbare Glas wird um einen Stab gewickelt, um ein Fadenloch zu erhalten, und zusammen geschmolzen. Soll die Perle eine stabförmige Struktur oder eine mehrförmige Grundform behalten, wird sie durch Bearbeitung in diese Form gebracht. Der Archäologe Christian Wilczewski wird erklären und mit einem experimentellen Brennofen vorführen wie die in der Merowingerzeit häufig getragenen Perlen produziert wurden. Ausgehend von archäologischen Funden wird gezeigt, welche Fragen zu diskutieren waren und zum Teil noch immer sind.