Vortrag
Canossa-Ausstellung
In seinem Vortrag zum Thema „Religion und Staatsverfassung“ am Montag, 18. September, wird Prof. Dr. Axel von Campenhausen das Verhältnis zwischen Kirche und Staat beleuchten. Die Veranstaltung im Rahmen der Canossa-Ausstellung findet ab 20 Uhr in der Städtischen Galerie Am Abdinghof statt. Das Augenmerk des prominenten Staats- und Kirchenrechtlers liegt auf der Unterscheidung staatlicher und religiöser Institution, die in Europa bereits 1000 Jahre vor Canossa begann und die das christliche noch heute vom Rest der Welt abgrenzt. Der moderne, religiös neutrale Rechtsstaat westlicher Prägung ist die Frucht dieser weit zurückgehenden Entwicklung. Dabei gab es heftige Auseinandersetzungen, von denen Canossa eine besonders berühmte, aber keineswegs die letzte ist. Die strikte Trennung von Kirche und Staat ist zum Beispiel in islamischen Ländern vollkommen unbekannt. Die Muslime stellen diese abendländische Errungenschaft in Frage, eine Entwicklung, „deren Ernst noch nicht jedem vor Augen steht“, so Prof. Dr. von Campenhausen. Als Direktor des kirchenrechtlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland in Göttingen erregte er Aufsehen, als er sich trotz seines Bekenntnisses zur Trennung von Kirche und Staat vor einigen Jahren für den Gottesbezug in der europäischen Verfassung aussprach. Kostenlose Eintrittkarten für den Vortrag „Religion und Staatsverfassung“ sind in der Galerie Am Abdinghof erhältlich.