Paderborner "Ötzi" - Rätsel gelöst
Große Ausstellung 2008
Das Rätsel um den Paderborner "Ötzi" ist gelöst: 1989 hatten Archäologen bei Grabungen westlich von Paderborn Teile eines menschlichen Skeletts gefunden. Jetzt haben Untersuchungen an der Uni Göttingen Licht ins Dunkel gebracht. Der Tote ist etwa 2000 Jahre alt und damit der älteste bisher bekannte Tote in Paderborn. Er muss, so Archäologe Dr. Georg Eggenstein, kopfüber in eine Grube gestürzt worden sein. Da bei regulären Bestattungen zu dieser Zeit die Toten verbrannt wurden, deutet der Skelettfund auf einen unnatürlichen Tod hin. Der Tote muss etwa 30 Jahre alt gewesen sein und war 1,71 Meter groß. Der kalkreiche und schwere Boden an der Grabungsstätte Balhorner Feld habe dazu beigetragen, dass Knochen und Schädel noch relativ gut erhalten waren. "Der Fund ist eine Sensation, da so gut erhaltene Skelette aus dieser Zeit äußerst selten sind", so Eggenstein. Die archäologischen Forschungen laufen im Rahmen eines gemeinsamen Projekts der Stadt Paderborn mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe/Westfälisches Museum für Archäologie. Die Kosten für die anthropologischen Untersuchungen übernahm der Förderkreis Historisches Museum im Marstall e.V. Im Jahre 2008 werden in Paderborn-Schloß Neuhaus unter dem Titel "Eine Welt in Bewegung" in einer hochkarätigen Sonderausstellung die Grabungsresultate präsentiert. Die Schau wird gemeinsam mit dem Mainfränkischen Museum Würzburg durchgeführt. Sie findet vom 25. April bis zum 20. Juli im Historischen Museum im Neuhäuer Schloss und vom 12. August bis 15. November im Mainfränkischen Museum in Würzburg statt. Der Ort Balhorn bei Paderborn war einer der zentralen Punkte auf der mittelalterlichen Landkarte. Über mehr als 1000 Jahre lebten hier hunderte Menschen. Ihre Häuser und Straßen wurden bei den Grabungen genau erforscht. Trotz jahrelanger intensiver Grabungen wurde nur ein einziges Skelett gefunden.