Canossa-Austellung liegt ihm am Herzen

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers besuchte Paderborn

"Es lag mir sehr am Herzen, diese Ausstellung zu sehen". Das bekannte NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers vor seinem Rundgang durch die "Canossa-Ausstellung" in Paderborn. Er habe während seiner Studienzeit eine Seminararbeit über Canossa geschrieben, bekannte er. Es sei toll, dass ein solches Thema so professionell und mit hoher Qualität aufgearbeitet worden sei, so dass eine Schau von internationalem Rang entstanden sei. In Paderborn wird das Ereignis von Canossa zum Erlebnis. In drei Museen gleichzeitig sind kostbare Goldschmiedearbeiten und Elfenbeinschnitzereien, reich illustrierte Handschriften, darunter die imposanten Riesenbibeln, Architekturfragmente mit ungewöhnlicher Ausdruckskraft, Sarkophage, Waffen, Skulpturen und Gemälde zu sehen. Modelle und moderne Medien verbinden sie zu einem sinnlich erfahrbaren Zeitbild des 11. und frühen 12. Jahrhunderts. Bei herrlichem Sonnenschein traf der Gast aus Berlin kommend auf dem Paderborner Rathausplatz ein und wurde dort von Bürgermeister Heinz Paus begrüßt. Anschließend trug er sich im Trauzimmer ins Goldene Buch der Stadt Paderborn ein. Bürgermeister Heinz Paus informierte ihn dabei über Geschichte und Gegenwart Paderborns. "Paderborn als Stadt mit langer und prominenter Geschichte verfüge über hervorragende Zukunftsperspektiven", so Paus. Er erinnerte dabei insbesondere an die Computer- und Hightech-Industrie. Als führender Standort in NRW seien in diesem Bereich in Paderborn mehr als 300 Firmen tätig. Vom Rathaus ging Ministerpräsident Rüttgers in Begleitung der stellvertretenden Bürgermeister Josef Hackfort, Elsbeth Menneken und Joseph Vögele sowie weiterer Vertreter des Rates zur Kaiserpfalz. Dort begrüßten ihn Dr. Wolfgang Kirsch, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Prälat Thomas Dornseifer, stellvertretender Generalvikar und Mitglied der Gesellschafterversammlung der Canossa-Ausstellung sowie die Geschäftsführer der Canossa-Ausstellung Prof. Dr. Christoph Stiegemann und Prof. Dr. Matthias Wemhoff. Im Anschluss daran führte Prof. Dr. Wemhoff den Ministerpräsidenten durch den Ausstellungsteil in der Kaiserpfalz. Hier werden die politischen Ereignisse, die sich mit dem Konflikt zwischen Herrschertum und Papsttum verbinden und deren Auswirkungen thematisiert. „Der König verlor an Einfluss und die Fürsten gewannen an Macht“, erläuterte Prof. Wemhoff und schlug die Brücke in die Gegenwart: „Diese Entwicklung, die im 11. Jahrhundert ihren Anfang nahm, führte schließlich weg vom Zentralstaat und kann als Basis für unser heutiges Staatswesen angesehen werden.“ Im Anschluss an den Besuch im Museum in der Kaiserpfalz wurde dem Gast die Ausstellungseinheit im Erzbischöflichen Diözesanmuseum von Prof. Stiegemann erläutert. Am Abend sprach Jürgen Rüttgers vor 700 Zuhörern beim Wirtschaftsrat der CDU zum Thema 'Nordrhein-Westfalen - Land im Umbruch'.