Paderborn als Vorreiter
Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn feiert 20jähriges
Freude über ein Jubiläum in der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn: Seit 20 Jahren setzt sie sich für die Gleichberechtigung von Frau und Mann ein. In seiner Sitzung am 4. März 1986 beschloss der Rat die Bildung einer Gleichstellungskommission sowie die Einrichtung einer Gleichstellungsstelle als Dezernentinnen-Stelle. Die Stadt Paderborn war somit eine der ersten Städte in Nordrhein-Westfalen, die eine Gleichstellungsbeauftragte bestellt haben und dokumentierte auf diese Weise nachdrücklich, dass die kommunale Arbeit viel stärker als zuvor die Interessen, Probleme und Forderungen von Frauen aufnehmen sollte. Am 1. Oktober 1986 – also vor genau zwanzig Jahren – war es dann so weit: Die erste Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Paderborn, die Juristin Annette Hagemann, trat ihren Dienst als Beigeordnete für Jugend, Kultur und Soziales an. Unter ihrer Federführung wurden als erste Aufgaben beispielsweise der Frauenförderplan erarbeitet sowie der bis heute existierende Hilfsfonds „Frauen in Not“ gegründet. Damit können Frauen in Notlagen schnell und unbürokratisch unterstützt werden. Ende 1988 wurde Annette Hagemann von der Volkswirtin Helga Bickeböller abgelöst. Ihre Schwerpunkte waren die Mädchenarbeit, die Stadtplanung unter gleichstellungsrelevanten Gesichtspunkten, die Prävention von Gewalt gegen Frauen, die Information über rechtliche Zusammenhänge sowie die Verbesserung der sozialen Absicherung von Frauen. Als Helga Bickeböller 1994 als Sozialdezernentin zur Stadt Münster wechselte, sah sich die Stadt Paderborn vor der Schwierigkeit, sowohl ein Dezernat als auch die Gleichstellungsstelle neu besetzen zu müssen. Da sich keine geeignete Bewerberin fand, die sowohl die Aufgaben der Kämmerin als auch der Gleichstellungsbeauftragten übernehmen konnte, wurde das Paderborner Modell verändert, Dezernat und Gleichstellungsstelle getrennt. Die Gleichstellungsstelle wurde als Stabsstelle dem Dezernat des Bürgermeisters zugeordnet. Nach einem Jahr Vakanz wurde die Soziologin Petra Hensel-Stolz neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Paderborn. Sie konzentrierte sich vor allem auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Förderung von Mädchenprojekten und die Frauen-Kulturarbeit. Petra Hensel-Stolz rief die alle drei Jahre stattfindende Frauenberufsmesse „PROFESSIONelle“ ins Leben, die erste regionale Berufsmesse für Frauen in Paderborn. Im Jahre 2005 verließ sie die Gleichstellungsstelle und wurde Leiterin der Paderborner Volkshochschule. Ihre Nachfolgerin wurde im November 2005 die Juristin Dagmar Drüke. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Integration, insbesondere von Frauen und Mädchen mit Zuwanderungsgeschichte, und die Unterstützung des Ehrenamtes. Unter ihrer Leitung wurde auch das Politische Frauenfrühstück ins Leben gerufen, das den Paderborner Bürgerinnen die Möglichkeit bietet, halbjährlich mit Politikerinnen und Fachleuten aktuelle Themen zu diskutieren und durch Vernetzung untereinander neue Projekte und Prozesse anzustoßen. Dagmar Drüke: "In den 20 Jahren ist viel für die Frauen in und um Paderborn erreicht worden". Ein Grund zum Feiern finden Dagmar Drüke sowie ihre Mitarbeiterinnen Astrid Freitag, Christa Mertens und Annette Meier. Am 1. Oktober sind um 11 Uhr deshalb alle Interessierten zu einem feierlichen Empfang in das Rathaus eingeladen. Am 2. Oktober gibt es in der Kulturwerkstatt ab 20 Uhr ein Wiedersehen mit vielen bekannten Paderborner Künstlerinnen. die im Laufe der Jahre immer wieder bei ihr zu Gast waren, sei es im „Lila Salon“ zum Internationalen Frauentag, bei den Paderborner FrauenKulturTagen oder der Frauenberufsmesse. Birgit Noll, Antje Huißmann, Petra Merschmann, Ann-Britta Dohle, La Lucía und Nelo Thies zeigen jeweils einen kleinen Ausschnitt aus ihrem großen Können und belegen, dass die Künstlerinnen-Szene der Paderstadt lebt. Anschließend folgt ab 22 Uhr die Jubiläums-Disco mit den Hits der letzten zwanzig Jahre und dem Besten von heute. Bei beiden Veranstaltungen sind Herren ausdrücklich erwünscht! Eintritt: fünf Euro (Kulturprogramm) und drei Euro (Disco). Karten sind im Vorverkauf beim Paderborner Ticket Center, Am Marienplatz 2a, Tel. 05251-29975-0 und in der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn, Am Abdinghof 11 Tel. 05251-88-1212 zu haben.