Spielend gegen Lernschwächen

Dauerhaftes Projekt in den Kindergärten der Stadt Paderborn

Die Stadt Paderborn will Sprachprobleme bei Kindern frühzeitig erkennen, um Lese- und Rechtschreibschwächen vorzubeugen. Deshalb bildet sie städtische Erzieherinnen auf spezielle Weise fort. Jetzt schlossen elf städtische Erzieherinnen eine fast einjährige Ausbildung als Anwenderinnen der von Forschern entwickelten Tests, dem Bielefelder Screening (BISC) und dem Würzburger Trainingsprogramm „Hören, lauschen, lernen“ (HLL), ab. 14 weitere Erzieherinnen werden in diesem Jahr die Ausbildung absolvieren. Das Bielefelder Screening (BISC) ist ein Verfahren, das an der Universität Bielefeld, unter Mitwirkung von Dr. Gerd Mannhaupt, entwickelt wurde. Damit können Entwicklungsrückstände beim Lesen- und Schreibenlernen bereits vor der Einschulung festgestellt werden. Anschließend wird mit den Kindern, die einer gezielten Förderung bedürfen, das Würzburger Trainingsprogramm „Hören, lauschen, lernen“ (HLL) umgesetzt. Mit diesen Sprachspielen, die über einen Zeitraum von 20 Wochen täglich zehn Minuten durchgeführt werden, soll das Risiko minimiert werden, eine Lese- und Rechtschreibschwäche zu entwickeln. Die Stadt Paderborn beabsichtigt zwei Anwenderinnen pro Tageseinrichtung auszubilden. "Damit können wir uns auf Dauer in jeder Einrichtung dieser Förderung annehmen", so Jugendamtsleiterin Petra Erger. Ab Oktober bieten alle städtischen Tageseinrichtungen diese Methode an. Die Einrichtungen „Elser Heide“, „Nesthausen“, „Kempers Hof“, „ Dahl“ „Fürstenbergstraße“ und „Lüthenweg“ werden in diesem Jahr neu im Programm aufgenommen. An der Qualifizierung unter der Leitung der Moderatorin Ulrike Westphalen werden zudem acht weitere Anwenderinnen, in deren Einrichtung das BISC und HLL schon praktiziert wird, geschult. In der Stadtverwaltung überreichte die Petra Erger zusammen mit der Moderatorin Ulrike Westphalen, Kindergartenleiterin der Tageseinrichtung "Unter dem Regenbogen", die Zertifikate an: Martina Riedel ("Sennewind"), Michaela Zachmann ("Heidehaus"), Sabine Sawicki ("Fontane"), Walburga Nüsse ("Unter den Linden"), Anne Merrett, Ina Buchholz ("Fasanenweg"), Nicole Schöling ("Carl-Diem"), Sabine Drewniok ("Spielwiese"), Heike Barufe ("Wilhelmshöhe"), Manuela Kettelgerdes ("Kinderhaus am Lippesee") und Mechthild Aldekamp ("Römerstraße"). Die Sozialbezirksleiter und -leiterinnen Horst Nachtigal, Willi Zenses, Elisabeth Voss, Ulrike Timmer, Abteilungsleiter Ulrich Kramer und die Fachberaterin Annelie Segin sprachen den Erzieherinnen zu ihrem Zertifikat ihren Glückwunsch aus.