Matinee im Marstall

Am Sonntag

"Martin Luther und die Reformation in Deutschland" lautet der Titel eines Vortrages am Sonntag, 22. April, um 11 Uhr im Neuhäuser Marstall. Prof. Dr. Wolfgang Thönissen, Professor für Ökumenische Theologie an der Theologischen Fakultät in Paderborn, Leitender Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik, wird ihn im Rahmen der Ausstellung "Einheit der Christen – Wunsch oder Wirklichkeit?" halten. Die Reformation ereignete sich an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit. Sie war das Ergebnis eines langfristigen historischen Prozesses, der die gesamte spätmittelalterliche Welt erfasst hatte. Die Reformation in Deutschland ist von der Person und dem theologischen Werk Martin Luthers geprägt. Unter Reformation versteht man daher eine durch Luther bestimmte Epoche der deutschen und darüberhinaus auch der europäischen Geschichte. Sie kann als historischer Ereigniskomplex aufgefasst werden, der im engeren Sinne die Zeit von 1517 – 1555 umfasst, also die Zeit von der Verbreitung der Ablassthesen durch Martin Luther bis zum Augsburger Religionsfrieden. Im Kern als ein geistiger und religiöser Vorgang verstanden, greift die Reformation in ihrem weiteren Verlauf auf Politik, Gesellschaft und Staat aus. Damit lässt sie sich auf die Person Martin Luthers und sein Reformanliegen allein nicht mehr beschränken. Zum Verstehen der Reformation ist freilich die Aufzählung der Verfallserscheinungen am Ende des späten Mittelalters allein nicht hinreichend. Missstände sind Faktoren, die Widerstände, Protest und Reformanliegen hervorrufen, aber nicht unmittelbar bedingen. Die Reform der Kirche war eines der großen Themen im späten Mittelalter. Zweifelsohne war die Kirche reformbedürftig. Sie war allerdings auch reformfähig. In dieser politisch wie kirchlich brisanten Zeit, die in vieler Hinsicht Reformansätze, aber auch Reformhindernisse bereithielt, begann sich eine Reformbewegung durchzusetzen, die sich zur Reformation ausweitete. Weil die Reform der Kirche und des Reiches nicht gelang, kam es zur Reformation. Zu dieser kostenlosen Veranstaltung laden das Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik und das Historische Museum im Marstall ein.