So nicht! zum Heizkraftwerk
Bürgerinitiative Mönkeloh bei Bürgermeister Heinz Paus
"Wir wollen dieses Vorhaben verhindern, das hat für uns erste Priorität." Wilhelm Brockmeyer von der Bürgerinitiative Mönkeloh sagte es mit Nachdruck. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern Vera Esders, Reinhard Menne, Jürgen Wrona und Horst Schulze-Stieler hatte er die Einladung von Bürgermeister Heinz Paus zu einem Meinungsaustausch angenommen. Bei dem Treffen stellten Heinz Paus und der Technische Beigeordneter Martin Lürwer die druckfrische Stellungnahme der Stadt Paderborn zum geplanten Industrieheizkraftwerk Mönkeloh vor. Auf etwa 40 Seiten sind darin detailliert alle Einwände aufgelistet, die gegen eine Anlage in dieser Form sprechen. "Unser Votum lautet: So nicht!", machte Heinz Paus unmissverständlich klar. Martin Lürwer: „Die Verwaltung schlägt dem Rat vor, den Antrag zur Errichtung dieses Heizkraftwerkes abzulehnen.“ Die vorgesehene Anlagentechnik und Rauchgasreinigungstechnik sei minderwertig und berücksichtige nicht die Interessen der Paderborner Bevölkerung. Die Verwaltung schlage vor, eine Vorbelastungsuntersuchung und ein humantoxikologisches Gutachten zu fordern. Dem Rat werde außerdem empfohlen, stadteigene Grundstücke für das Vorhaben nicht zur Verfügung zu stellen. Damit könnten vorgesehene Prozessdampfleitungen, in denen Energie vom geplanten Industrieheizkraftwerk zur nutzenden Firma transportiert werden, nicht über diese Grundstücke geführt werden. Die Stadt erwarte, dass der Investor Gespräche über freiwillige Vorsorgegrenzwerte bei den anfallenden Schadstoffen führe. Beispielsweise seien die Auswirkungen der Anlage auf die Naturschutzgebiete und das FFH-Gebiet "Ziegenberg" in der Nähe nicht ausreichend dargestellt. Es liege kein Brandschutzkonzept vor, die Grundwasserproblematik auf der Karstfläche, die keinerlei Filterwirkung habe, werde nicht entsprechend behandelt, Risikoanalysen unter anderem wegen der Erschütterungen, die vom in der Nähe befindlichen Zementwerk ausgehen, fehlten. 60 Einwände des städtischen Gutachters Prof. Dr. Wolfhelm Bitter vom Westfälischen Umweltzentrum verdeutlichten, dass es aus fachlicher Sicht eine Vielzahl von Problemen mit diesem Projekt gebe, so Lürwer. Wilhelm Brockmeyer lobte diese umfangreiche Arbeit, die viele Kritikpunkte aufzeige, die auch die Bürgerinitiative sehe. "Wir erwarten, dass all jene uns unterstützen, denen das Wohl der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt am Herzen liegt". Brockmeyer sagte in Richtung Stadt: "Wir hoffen, dass wir weiterhin auf einem guten Weg gehen werden". Der Bauausschuss wird sich in seiner Sitzung am 13. Februar und der Rat am 14. Februar mit der Thematik befassen.