Hagemeier liest Hille

Paderborner Literatur-Forum

Auch in diesem Jahr wird sich das Paderborner Literatur-Forum mit klassischen Werken beschäftigen. Am Dienstag, 27. Februar, wird der Abend ab 20 Uhr Peter Hille gewidmet. Der Schauspieler Willi Hagemeier von den Paderborner Kammerspielen wird Texte von Peter Hille im Museum für Stadtgeschichte im Adam-und-Eva-Haus lesen. Karten sind im Vorverkauf in den Linnemann-Buchhandlungen oder an der Abendkasse im Adam-und-Eva-Haus erhältlich. Peter Hille, geboren am 11. September 1854 im westfälischen Erwitzen im Kreis Höxter, verlässt das Gymnasium ohne Abschluss und zieht hinaus in die weite Welt, nach England, Holland, Italien, in die Schweiz. Er versucht sich als Journalist, Herausgeber, Schriftsteller, alles ohne (finanziellen) Erfolg. Seinem unkonventionellen Lebensstil bleibt er auch in Berlin treu. „Besser ein freier Teufe als ein gebundener Engel“, sagt sich der „Literatur-Zigeuner“, wie ihn manche nennen. Mehrere Romane, ein Drama, Aufsätze sowie zahlreiche Gedichte und Aphorismen sind von Peter Hille überliefert – „Gelungenes neben Halbfertigem, Geniales neben Wirrem“, wie der Hille-Experte Jürgen P. Wallmann schreibt. Tiefe Freundschaft verbindet ihn mit Else Lasker-Schüler, die ihn wie einen Heiligen verehrt. Er hat überhaupt immer wieder Freunde, die sich um ihn kümmern. Denn alle, die ihn nicht von seinem Äußeren her beurteilen, sondern ihn in seinem Wesen gewahr werden, bewundern seinen tiefen, kindartigen, religiösen Sinn und den Ernst seines dichterischen Ringens. Keine 50 Jahre alt, stirbt der kauzige Vagabund 1904 an Tuberkulose und gerät bald in Vergessenheit. Ganz vergessen wird er nicht: 1983 hat sich eine Peter-Hille-Gesellschaft gegründet und in den achtziger Jahren legt Prof. Dr. Dr. Friedrich Kienecker, Paderborn, eine sechsbändige Werkausgabe Hilles vor. Der Veröffentlichung ist eine mehrjährige sehr mühsame Suche und noch mühsamere Entzifferungsbemühung seiner Studenten an der Paderborner Universität vorausgegangen.