Paderborn recycelt spitze

Zwei Drittel aller Abfälle werden verwertet/ASP legt gute Zahlen vor

© Stadt Paderborn

Mit einer Recyclingquote von über 63 Prozent können die Paderbornerinnen und Paderborner abfallwirtschaftlich wieder auf ein erfolgreiches letztes Jahr zurückblicken. Im Stadtgebiet wurden etwa zwei Drittel aller Abfälle über die Wertstoffsammelsysteme wie Biotonne, Papiertonne, gelber Sack sowie die Recyclingstellen und Recyclinghöfe getrennt gesammelt und konnten dadurch wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Ein Drittel oder 166 Kilogramm pro Einwohner und Jahr wurde über die Restmülltonne oder als Sperrmüll entsorgt und wurde vom ASP zum Entsorgungszentrum "Alte Schanze" geliefert. Von dort kam der Abfall in die mechanische Sortieranlage bzw. direkt in die Müllverbrennungsanlage nach Bielefeld. "Seit vielen Jahren liegt die Recyclingquote stabil auf hohem Niveau", bewertet Abfallberaterin des ASP, Mechthild Hopmeier, die Zahlen. "Das beweist, dass den Menschen die getrennte Wertstoffsammlung in Paderborn zu einer sinnvollen Gewohnheit geworden ist." Große Veränderungen seien im Vergleich zu den Vorjahren nicht verzeichnen, so die Expertin weiter. Trotzdem lassen sich in einigen Bereichen deutliche Entwicklungen erkennen. Im Wertstoffbereich sind vor allem die Mengen bei den Elektroaltgeräten sichtbar angestiegen. Hierfür ist vor allem das neue Elektro- und Elektronikgesetz verantwortlich, das im März 2006 in Kraft trat und seitdem die Bürgerinnen und Bürger verpflichtet, ausgediente Geräte zu Sammelstellen zu bringen. An den Recyclinghöfen des ASP explodierten daraufhin die Mengen und verursachten einen Anstieg von mehr als 50 Prozent für das vergangene Jahr. Mit über sieben Kilogramm pro Einwohner und Jahr liegen die Paderborner damit schon deutlich über der gesetzlich vorgeschriebenen Jahresmenge von vier Kilogramm pro Einwohner. Bei den sonstigen Wertstoffen ist ein Anstieg vor allem bei den Anlieferungen an den Recyclinghöfen zu verzeichnen. Hier gibt es offensichtlich besonders beim Holz und Altmetall noch Bedarf. Durch den Neubau des größeren Recyclinghofes an der Talle, der Mitte Januar in Angriff genommen wurde, soll voraussichtlich ab Frühsommer eine deutliche Entspannung beim Anlieferverkehr erreicht werden. Auch ASP-Chef Reinhard Nolte freut sich über die insbesondere im "Großstadtvergleich" gute Recyclingquote: "Es zeigt mir, dass unsere Konzeption der Wertstoffsammlung der richtige Weg ist. Er wird von den Paderbornern angenommen und voll unterstützt. Denn nur durch die Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger können diese vorbildlichen Werte auch auf Dauer unser Standard in der Stadt Paderborn bleiben." Aber auch andere Städte haben mittlerweile beim Recycling aufgeholt. Die bundesweite Recyclingquote für 2005 belief sich nach Aussage des statistischen Bundesamtes auf immerhin 58 Prozent des Gesamtabfalls aus Haushalten. In der ersten Sitzung des Betriebsausschusses in 2007 wurden neben den abfallwirtschaftlichen Ergebnissen ebenfalls die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse des vergangenen Jahres vorgestellt. Die verantwortlichen Politiker zeigten sich sehr zufrieden, konnte doch im Vergleich zu den kalkulierten Ansätzen unter Beweis gestellt werden, dass der ASP in allen Aufgabenbereichen mit seinen Mitteln wieder außerordentlich sparsam gewirtschaftet hatte. Dass beim ASP die Ökonomie nicht außer Acht bleibt, belegen auch externe Zahlen. In einem bundesweiten Kennzahlenvergleich werden regelmäßig Leistung und Kosten mit ähnlichen Städten verglichen, um kontinuierlich Optimierungspotenzialen auf der Spur zu bleiben. "Hier schneiden wir regelmäßig gut ab", so Nolte. Für den Bürger bedeute das: Eine hohe Leistungsfähigkeit zu äußerst günstigen Gebühren.