Filmabend mit Jutta Hercher
Städtische Galerie Am Abdinghof
Am Sonntag, 25. Februar, um 17.30 Uhr präsentiert die Städtische Galerie Am Abdinghof in Zusammenarbeit mit dem CINEPLEX, Westernstraße Paderborn, Dokumentar- und Kurzfilme der Künstlerin Ella Bergmann-Michel (1895-1971). Der Filmabend läuft im Begleitprogramm der aktuellen Ausstellung „Ella Bergmann-Michel. Fotografien und Filme 1927-1935“, die die Städtische Galerie noch bis zum 4. März präsentiert. Karten können im Vorverkauf im CINEPLEX erworben werden. Die Filmemacherin Jutta Hercher aus Frankfurt führt in die Filme ein und stellt ihr eigenes Filmportrait von 1989 "Mein Herz schlägt blau" über die Künstlerin vor. Es ist eine eindrucksvolle Dokumentation über die Malerin, Fotografin und Filmemacherin Ella Bergmann-Michel mit zahlreichen Aufnahmen aus ihrem reichen künstlerischen Werk und ihrem Lebensumfeld. Hercher war von 1991 bis 1998 Lehrbeauftragte an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Sie drehte Dokumentarfilme unter anderem für den NDR, WDR und 3Sat. Seit 2000 ist sie freie Journalistin und Drehbuchautorin. Filme von Ella Bergmann wie „Fliegende Händler in Frankfurt am Main“ (1932) und „Fischfang in der Rhön“ (1932) dokumentieren die damaligen Lebensumstände. Der Kurzfilm von Bergmann „Wo wohnen alte Leute“ (1931) hingegen zeigt ein für damalige Verhältnisse modernes Altersheim, das sie im Auftrag des Architekten Mart Stam filmte. Der Film wurde auch von in- und ausländische Baugesellschaften erworben. Im Frühjahr 1932 wandte sich der Verein der „Frankfurter Erwerbslosen-Küchen“ mit einer Bitte um einen kurzen Werbe-Film an verschiedene Filmgesellschaften. Ella Bergmann-Michel nahm den Auftrag an und stellte den Film unter großen Schwierigkeiten mit den geringsten Mitteln her. Mit drei 1000 Watt-Lampen im Rucksack und dem kleinen Kinamo, dessen Negativfilm in den Kassetten in dunklen Kellern oder Fotogeschäften eingelegt werden musste, dokumentierte sie das Leben der Arbeitslosen im Frankfurt der 30er Jahre. Ihr letzter und eindrucksvollster Film „Die letzte Wahl“ (1933) blieb ein Fragment. Er zeigt Aufnahmen von Wahlplakaten der Nationalsozialisten, lebhafte Straßen-Diskussionen sowie erste Aufmärsche der Nationalsozialisten in den Straßen Frankfurts. 1933 wurde Ella Bergmann gezwungen, die Filmerei abzubrechen.