Mit Verspätung zu den Proben
Internationales Jugendorchester spielt Freitag Tschaikowsky, Sauguet und Mussorgsky
19 Stunden für die etwa 1100 Kilometer von Bolton bis Paderborn. Viel Verspätung der Fähre und dann noch in Calais mit dem Bus die falsche Richtung erwischt. Für Sam King begann das Internationale Orchestertreffen der Musikschule der drei Partnerstädte Le Mans, Bolton und Paderborn alles andere als planmäßig. Doch die Panne zum Auftakt hat der Dozent vom Bolton Music Service längst abgehakt. "Wir müssen uns jetzt auf die Proben konzentrieren", so Jürgen Boelsen. Der Leiter der Städtischen Musikschule Paderborn weiß sehr genau, warum er diese Parole ausgibt. Auf die 150 Teilnehmer, etwa 60 aus Paderborn, der Rest aus Bolton und Le Mans, wartet ein äußerst anspruchsvolles Konzertprogramm. Mit Tschaikowskys Symphony Nr. 5 op. 64, dem Werk, das er selbst dirigieren wird, liegt eine Riesenherausforderung vor den 11 bis 20jährigen. Aber auch das von Sam King vorbereitete Mussorgsky-Werk "Eine Nacht auf dem kahlen Berge" sowie das vom Manceller Christian Leconte dirigierte Sauguet-Werk "Le Forains" haben es in sich. "Wir wagen uns an Stücke, die sonst nur von Profis gespielt werden", sieht Jürgen Boelsen die nicht leichte Aufgabe, doch gerade das sei auch sehr reizvoll. Bis Freitag, 6. Juli, um 18 Uhr zum Premierenkonzert, muss der musikalische Gleichklang zwischen Paderborn, Bolton und Le Mans hergestellt sein. Karten für die Premiere gibt es im Ticket-Center am Marienplatz. Wer denkt, dass dieses nunmehr 11. Treffen zwischen den Orchestern der Partnerstädte eine rein musikalische Herausforderung ist, der irrt. Denn nach der Premiere beginnt die logistische Herausforderung. Bereits am Samstagmorgen, 7. Juli, um 7 Uhr will das Orchester mit drei Bussen und drei Kleinbussen in Richtung Bolton aufbrechen, wo einen Tag später das nächste Konzert stattfindet. Schlusspunkt wird am Donnerstag, 12. Juli, das Konzert in Le Mans sein.