Jazzkantine kennt keine Grenzen

Party-Stimmung auf dem Franz-Stock-Platz am Sonntag, 29. Juli

© Stadt Paderborn

Für Party-Stimmung sorgt am Sonntag, 29. Juli, ab 20.30 Uhr auf dem Franz-Stock-Platz im Rahmen des Libori-Festes die "Jazzkantine". Vielleicht ist es mittlerweile gar nicht mehr so einfach zu durchschauen, was sich alles hinter der Braunschweiger „Jazzkantine“ verbirgt. Was 1993 als erfolgreiche Jazz-HipHop-Band begann, ist mittlerweile zu einer ganzen Institution, zu einem Gesamtkunstwerk geworden. Die zahlreichen Aktivitäten haben immer wieder gezeigt, mit welch offenen Augen die Jazzkantinen-Macher durch die Welt gehen, wie gerne Grenzen überschritten werden und welches Potential sich in ihren Reihen bündelt. Aber eins nach dem anderen: Gleich mit dem ihrem ersten Album hat die „Jazzkantine“ den musikalischen Durchbruch geschafft. Das gleichnamige Album „Jazzkantine“ ging über 160.000 mal über den Ladentisch und das mit einer Musik, die es bis dahin in Deutschland noch nicht gab und die eigentlich alles andere, als ein Selbstläufer war: Mit der Verknüpfung von Jazz und deutschsprachigem HipHop, die immer später immer weiter ausdifferenziert und weiterentwickelt wurde. Bis heute genießt die Jazzkantine dafür in der deutschen Musikwelt höchste Anerkennung und Respekt. Nachfolgealben wie „Heiß und fettig“, „Geheimrezept“ und „In Formation“ stabilisierten den Erfolg und die „Jazzkantine“ erspielte sich darüber hinaus den Ruf, als eine spannende Live-Band, die bis zum heutigen Tage über 700 Konzerte in der ganzen Welt spielte. Darunter auch eine Tournee in Südafrika als offizieller kultureller Botschafter Deutschlands, die den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog dorthin begleitete. Auch etliche Auszeichnungen, wie den ECHO oder diverse Jazz Awards sammelten sie im Laufe der Jahre ein. Ausgehend von einer Kernband um Produzent und Bassist Christian Eitner, den Erchinger-Brüdern Jan-Heie und Dirk (Keyboards und Drums), Tom Bennecke (Gitarre), York (Sax), Christian Winninghoff (Trompete) und den Rappern Cappuccino und Tachi wurden immer wieder namhafte Gäste eingeladen. Xavier Naidoo, Wu-Tang Clan, Laith Al Deen, Götz Alzmann, Smudo, Toshinori Kondo, Sven Regener, Till Brönner oder Pee Wee Ellis – sie alle und viele mehr waren bereits mit den Braunschweigern gemeinsam im Studio. Die Entwicklung der Jazzkantine hat eine erstaunliche Eigendynamik bekommen. Ein wichtiger Wendepunkt war das Jahr 1999, als es zur ersten Kooperation mit dem Staatstheater Braunschweig kam. Gemeinsam mit dem Ballett-Ensemble von Pierre Wyss wurde die „Tanzzkantine I“ uraufgeführt. Das Stück war ein Riesenerfolg, wurde bundesweit gespielt und die Musik wurde auch als Tonträger dokumentiert. Die Fortsetzung dieser Zusammenarbeit folgte im Jahr 2001 – das Stück „Space“. Auch hier schrieb die „Jazzkantine“ die Musik und agierte gemeinsam mit den Tänzern des „Staatstheaters Braunschweig“ auf der Bühne. Seitdem gibt es fast jährlich eine neue Theater-Inszenierung unter Beteiligung der „Jazzkantine“. 2003 und 2004 gab es 50 Aufführungen des Heimatmusicals „Braunschweich Braunschweich“, 2005 folgte die Grand-Prix-Persiflage „Ölper Zwölf Pöints“ – allesamt Publikumsmagneten* und von der Presse gefeiert. *(mittlerweile steht die Gesamtbesucheranzahl bei über 80.000). Hinzu kam das Jazz-Lyrik Projekt „Text in Stereo“, das in regelmäßigen Abständen immer wieder Programme wechselnden Inhalts gestaltet. 2004 initiierte die Jazzkantine in ihrer Heimatstadt Braunschweig das Festival „Cityjazznight“, das in einer Nacht bis zu 300 Musiker in 30 Spielorten zeigt. Das Konzept kommt an und bereits nach drei Jahren organisiert die Kantine nun eines der publikumsstärksten Jazzfestivals in Norddeutschland. 2004 veröffentlichte die Formation ihre erste Konzert-DVD. Für 2007 planen die beiden Kantinen-Gründer Christian Eitner und Matthias Lanzer das mittlerweile achte Album plus Tour. Man darf gespannt sein.