Franz-Stock-Platz wird zum Tatort: Jan Josef Liefers kommt mit Band

Mittwoch, 1. August

© Stadt Paderborn

"Knockin' On Heaven's Door" und "Rossini" waren seine größten Kinoerfolge als Schauspieler. Für den Tatort aus Münster steht er als Professor Karl-Friedrich Boerne vor der Kamera. An der Seite von Axel Prahl spielt er einen etwas skurrilen Gerichtsmediziner und Forensiker. Mit "Jack's Baby" reüssierte er gleichzeitig als Regisseur, Hauptdarsteller und Musiker. Jan Josef Liefers fühlt sich nicht nur in allen künstlerisch-kreativen Bereichen gleich wohl, er nimmt all das auch mit der lockerer Selbstverständlichkeit und sonniger Überzeugungskraft in Angriff. Am Mittwoch, 1. August, ab 20.30 Uhr ist Jan Josef Liefers als Musiker zu erleben: Als J. J. Liefers gibt er mit seiner Band ein Open-Air-Konzert auf dem Franz-Stock-Platz im Rahmen des Libori-Festes. Sein Album "J.J.@Oblivion" klingt, als käme es direkt aus dem Mutterland der Popmusik. Und zwar aus Englands Premier League. Der Hörer hat die Wahl, seinen Assoziationen zwischen Beatles und Oasis, Kinks und Blur, Stones und Stone Roses freien Lauf zu lassen. So vertraut die Harmonien jedoch klingen mögen, sind es allesamt Songs mit starkem Eigenprofil. Brit-Pop deluxe, aber definitiv made in Germany. Schon vor seiner Karriere bei Film und Fernsehen stand Jan Josef Liefers auf der Bühne. Nach einer handwerklichen Lehre besuchte der Sohn eines Regisseurs und einer Schauspielerin ab 1983 die renommierte Ernst Busch Schauspielschule in Ost-Berlin und spielte in den nächsten Jahren unter anderem am Berliner und Deutschen Theater - und nach der Wende am Thalia Theater in Hamburg. Seine filmische Karriere begann 1989 mit der DEFA-Produktion "Die Besteigung des Chimborazo", in der er Alexander von Humboldt spielte. Nach der Fernsehserie "Die Partner" (1995) brachte ihm seine Darstellung eines extrovertierten Schriftstellers, Wolf Wondratschek nachempfunden, in Helmut Dietls "Rossini" (1996) den Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsschauspieler ein. An der Seite von Til Schweiger avancierte er kurze Zeit später in "Knockin' On Heaven's Door" (1997) zum Publikumsliebling. Als Musiker schwingt er sich nun zu einem weiteren künstlerischen Höhenflug auf. J.J. Liefers weiß, dass man besonders hierzulande eher skeptisch reagiert, wenn Schauspieler sich plötzlich als Musiker profilieren wollen. Bei ihm liegt der Fall jedoch anders. Da hat sich im Laufe der Jahres einiges angestaut. Und die Chance, nach Jahren im stillen Kämmerlein, respektive im kleinen Freundeskreis, nun öffentlich und professionell Musik zu machen, hat er eben beim Schopfe gepackt. "Wenn ich Musik mache, bin ich Musiker, nicht Schauspieler. Alles andere wäre eine faule Sache. Wem es ehrlich schwer fällt, beides auseinander zu halten, dem empfehle ich: Augen schließen und zuhören. Dann wird es ganz leicht."