Über 100 Jahre alt

Schwarzes Hochzeitskleid nun im Museum für Stadtgeschichte

© Stadt Paderborn

Ein besonderes Geschenk machte jetzt Ursula Wurst aus Paderborn dem Stadtmuseum im Adam- und-Eva-Haus: Sie übergab Museumsleiter Markus Runte ein schwarzes Brautkleid aus Seide und Brokat aus der Zeit um 1890. Vermacht hatte es ihr einst die Paderbornerin Bernadine Kürpick (1906-1999), deren Mutter Gertrud Kürpik, geb. Reineke, es bei ihrer Hochzeit getragen hatte. Gerne überlässt sie es dem Museum zur Präsentation und Dokumentation. Wird in der Regel heute in weiß geheiratet, so war es für das 19. Jahrhundert die Regel, die Braut für die Hochzeit mit einem dunklen bzw. schwarzes Gewand zu kleiden. Allerdings konnte sich die Frau durch Orangenblüten, Myrtenzweige oder aufwändigen Kopfputz als Braut ausweisen.   Vom jeweiligen sozialen Umfeld war es abhängig, ob ein schwarzes oder weißes Kleid zur Hochzeit getragen wurde. In der Regel entschied man sich vorrangig für ein schwarzes Kleid. Wurde aber ein weißes getragen, erregte die Braut besonders im ländlichen und kleinstädtischen Bereich oft den Unmut der Nachbarschaft. Da es aber praktisch und vielseitig war, hielt sich das schwarze Brautkleid in einzelnen Regionen bis um 1950. Das schwarze Brautkleid ist neben anderen Neuerwerbungen, wie dem Ratsstuhl des Bürgermeisters von 1954, im Museum für Stadtgeschichte zu bewundern.