Stadt und Sport gewinnen
Stadt Paderborn zur Kritik an der NRW-Sportschule
"Auch wenn es im Sport immer Gewinner und Verlierer geben wird, eine NRW-Sportschule in Paderborn wäre für alle ein Gewinn: für die Stadt, für den Sport und insbesondere für die Kinder und Jugendlichen." Mit diesen Worten reagiert Sportdezernent Wolfgang Walter auf die Kritik an der Bewerbung der Friedrich-von-Spee-Gesamtsschule für eine von fünf Sportschulen in NRW. Die Verwaltung unterstütze aus guten Gründen diese Bewerbung, so Walter. Vor allem das Thema Integration und Sport läge der Stadt besonders am Herzen. Sie sähe sich hier gerade durch die aktuelle sportpolitische Diskussion bestärkt, die landes- und bundesweit in den Spitzengremien des Sportes geführt würde. Sowohl die Gesamtschule als auch das Reismann-Gymnasium hätten Interesse an der Bewerbung als NRW-Sportschule gezeigt, doch nur die Gesamtschule habe dies am Ende eindrucksvoll mit einem schlüssigen Konzept und den vom Land geforderten positiven Beschlüssen von Sportfachschaft, Lehrerkollegium und Schulkonferenz untermauern können. "Bis heute liegt mir vom Reismann-Gymnasium kein entsprechendes Konzept für eine NRW-Sportschule vor", zeigt sich Wolfgang Walter überrascht, zumal gerade in Rücksicht auf das Reismann-Gymnasium die Abgabefrist für eine Bewerbung verlängert wurde. Der Schulleiter des Reismann-Gymnasiums sei bei allen Gesprächen in der Projektgruppe "Sportschule" bis zum Zeitpunkt der ablehnenden Entscheidung des Lehrerkollegiums eingeladen gewesen. "Ich habe ihm versichert, dass der zusätzliche Bedarf an der Nutzung von städtischen Sportstätten, den eine NRW-Sportschule sicherlich erfordert, seitens der Stadt abgedeckt wird, zumal dies ja auch seitens des Landes im Rahmen einer Bewerbung gefordert ist", so der Sport- und Schuldezernent. Dies habe er auch wissentlich vor dem Hintergrund getan, dass die Situation und Anzahl der Sportstätten in der Kernstadt kritisch zu sehen sei. Ob das Reismann-Gymnasium weiterhin eine Sportbetonte Schule bleibe, entscheide allerdings nicht die Stadt, sondern das Land. Von dort sei nun mal auch das Signal gekommen, dass Sportschule und Sportbetonte Schule möglicherweise auf Dauer parallel in einer Stadt nicht gefördert werden könnten. Die Stadt gehe im Übrigen davon aus, dass es eine Kooperation zwischen dem Reismann-Gymnasium und der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule im Rahmen der NRW-Sportschule geben muss und geben wird. "Konkurrenz ist hier kontraproduktiv. Eine NRW-Sportschule in Paderborn hat nur Erfolg, wenn alle Kräfte dafür gebündelt werden", hält es Walter für wichtig auf die Erfahrungen des Reismann-Gymnasiums als Sportbetonte Schule zurückzugreifen.