Verrückt: Sechs Basstöne und sechs Melodietöne
Städtische Musikschule präsentiert Klangtheater-Projekt "La follia"
Ein Klangtheater-Projekt mit und um den alten, berühmten Tanz „La follia“ präsentiert die Städtische Musikschule Paderborn am Freitag, 30. März, um 17.30 Uhr in der Aula des Reismann Gymnasiums. Schülerinnen und Schüler von Jörg Partzsch spielen Blockflöte, Jana Füllekrug aus der Klasse von Clothilde Oelmüller Barockharfe und Jörg Partzsch Barockfagott. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei. Im Deutschen bedeutet "La Vollia" die Verrückte - wahrscheinlich, weil man ganz verrückt danach war: Sechs Basstöne begleiten sechs Melodietöne in einer nicht zu überbietenden idealen Zusammengehörigkeit. Ihre Ursprünge liegen wahrscheinlich in einem volkstümlichen portugiesischen Tanz: „...der Lärm ist so groß und die Musik ist so schnell, dass alle wie von Sinnen scheinen.“ Follia-Variationen sind vor allem in der Spätrenaissance und in der Barockzeit entstanden. Immer wieder taucht die Melodie- und Bassfolge aber auch in den späteren Epochen auf, bis in die Moderne. Anregend ist sie in ihrer harmonischen Struktur, in ihrer melodischen Energie und dabei höchst variabel in ihrer Ausdruckspalette: Von tiefster Melancholie bis zu exstatischer Freude ist alles möglich. Viele große Komponisten hat es daher gereizt, diese Ausdrucks- möglichkeiten in ihrer Klangsprache auszunutzen. "Die Idee dieses Konzertes", erklärt Jörg Partzsch, "ist es, diese breite Palette wunderbarer Werke aus der Barockzeit einmal konzentriert zu vereinen, und da der Ursprung der Follia im Tanz liegt, also in der unterhaltenden Musik, wird das Ganze in eine Art moderne Revue Atmosphäre gebettet." Das bedeutet auch, dass die einzelnen barocken Highlights durch absurd-komische moderne theatralische Zwischenspiele aufgelockert werden.