Helfer in Archiven
Ältere Arbeitnehmer retten Papier vor dem Zerfall
Es liest sich fast wie ein Krimi: Etwa ab 1850 bis weit in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Papier nach einem Verfahren hergestellt, das sich inzwischen durch einen chemischen Prozess der Übersäuerung langsam aber sicher selbst zerstört - es zerfällt im wahrsten Sinne des Wortes. Neben Büchern, Zeitschriften und Zeitungsbänden sind deutschlandweit viele Kilometer Aktenmaterial und anderes Archivgut betroffen. Fachleute drängen nun darauf mittels geeigneter Techniken das Geschehen auf Dauer zu stoppen bzw. zu neutralisieren und zu retten was möglich ist. Bevor in einem aufwendigen technischen Verfahren Dokumente oder Schriftgut dauerhaft gesichert werden können (70 Prozent dieser Kosten übernimmt das Land NRW), sind in ganz vielen Fällen vorbereitende Arbeiten zu erledigen. Vier bis dahin arbeitslose Frauen und Männer helfen in den Archiven des Erzbischöflichen Generalvikariats und der Stadt Paderborn bei den notwendigen Vorbereitungen. Nach einer Einweisung durch Fachleute, die eigens dafür zusätzlich vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe eingestellt wurden, wird jede einzelne Seite des sehr umfangreichen Dokumentenbestandes mit geeigneten Hilfsmitteln vorgereinigt. Feinhandgeschick, Umsicht und Ausdauer sind ganz besonders wichtig. Inzwischen wird deutlich, dass und wie viel Arbeit im Detail zu leisten ist. Von besonderer Bedeutung sind diese Arbeiten aber auch, weil es sich - zumindest in Paderborn - um Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ab dem 58. Lebensjahr handelt. Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit im Kreis Paderborn (ARGE) nutzt damit erneut ein Programm der Bundesregierung, das seit Ende 2005 für die Beschäftigung solcher Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zur Verfügung steht und gerade hier auch die Zuverlässigkeit dieser Menschen in besonderer Weise fordert.