Funde aus dem Schlossgraben

Vortrag am Sonntag im Historischen Museum

© Stadt Paderborn

Die Schlossgrabenfunde von Neuhaus sind am Sonntag, 25. November, um 11 Uhr Thema im Vortragssaal des Neuhäuser Marstalls. Dr. Norbert Börste und Dr. Hans Joachim Nachtmann werden darüber sprechen. Im Rahmen des 750-jährigen Schlossjubiläums laden die Schlosspark und Lippeseegesellschaft Paderborn, das Stadtarchiv und das Historisches Museum dazu ein. Der Eintritt ist frei. Die Referenten, Dr. Norbert Börste, Leiter des Historischen Museum im Marstall und Hans Joachim Nachtmann, Sammler und Förderer des Museums, stellen den größten Schlossgrabenfund Westfalens vor. Von 1980 bis 1992 hat der in Düsseldorf geborene Hans Joachim Nachtmann die Gräfte in Neuhaus nach Funden abgesucht. Mit gutem Ergebnis: Über 220 Kisten („Obststiegen“) mit Scherben aus Keramik, Steinzeug, Porzellan und Glas sowie Metalle und Knochen kamen dabei zusammen. Er übergab die Funde der Stadt, damit sie der Öffentlichkeit präsentiert werden können. 1994 konnten bereits wesentliche Objekte in der Dauerausstellung im Marstall ausgestellt werden. So zum Beispiel die Keramik vom 13. bis 19. Jahrhundert, Ton- und Porzellanpfeifen, Gläser, Ofenkacheln, Militärgegenstände (z.B. Teller der 8. Husaren und des Reiterregiments 15), Spielzeug, Sanitärartikel, Apothekergefäße, Backformen, Metall-Löffel, aber auch Tierknochen und Austernschalen, die in diversen Inszenierungen integriert wurden. Hans Joachim Nachtmann hat das Material sortiert und zum Teil selbst restauriert. Die Stadtarchäologie Paderborn, Pigal e.V. - die Paderborner Initiative gegen Jugendarbeitslosigkeit - und das Historische Museum im Marstall haben sich im Rahmen des Projekts „Arbeit und Sprache“ zusammengetan, um diese Funde für wissenschaftliche Untersuchungen und für die Präsentation vorzubereiten. Bei der Veranstaltung wird es Gelegenheit geben, Originale während eines Rundganges durch das Museum kennen zu lernen. Nach dem Schlossgrabenvortrag findet um 12.15 im Marstallvortragssaal eine Buchpräsentation mit dem Autor Dr. Hermann Freiherr von Wolff Metternich statt. Er stellt sein Buch vor „Ein unbehagliches Jahrhundert wird besichtigt“. Der Verein für Geschichte an der Universität Paderborn hat das Buch in seiner Reihe „Paderborner Historische Forschungen“ herausgegeben. Die Teilnehmer am Schlossgrabenvortrag sind auch hierzu eingeladen. Denn das Buch gilt als bemerkenswerte Literaturquelle der Paderborner Region. Der Autor Herrmann Freiherr von Wolff Metternich, der in Gaffeln Wewelsburg aufgewachsen ist und dessen Vater bei den 8. Husaren in Neuhaus diente, schildert eindrucksvoll seine Lebenserinnerungen aus dieser Zeit des frühen 20. Jahrhunderts.