Saxophone und mehr
Festival Musicra sacra
Fünf Veranstaltungen stehen am Wochenende auf dem Programm des Festivals Musica sacra Paderborn: Saxophone, Kindermusical, spirituelle Nacht, Messe und Sinfoniekonzert. Am Freitag um 19.30 Uhr geht es in der Abdinghofkirche los mit den Saxophonen von Quintessence. Sie spielen ihre beliebte Mischung aus Bach, Händel, Mozart und Swing, diesmal mit Hits der Kirchenmusik von Mozarts „Laudate Dominum“ bis zu Händels „Halleluja“. Zurzeit vielleicht der beste weltweite musikalische Exportartikel aus Paderborn, jetzt mal wieder zuhause zu hören. Am Samstagnachmittag geht es dann um 16.00 Uhr wieder „An Gottes Hand ins Kinderland“. Inzwischen hat es sich herumgesprochen: Schöne Musik von und mit Kindern und mit bekannten Paderborner Musikprofis von Antje Wentzel über Bernd Rößler bis zu Uli Lettermann. Das muss man gehört haben. Am Samstagabend dann von 19.30 Uhr bis 22.50 Uhr die spirituelle Nacht: „Diese spirituelle Nacht sollte unbedingt eine feste Einrichtung der Musica sacra-Festspiele werden“, schrieb das Westfälische Volksblatt nach der Premiere 2005. Die „Neue Westfälische“ meinte: „Eine Nacht wie für Paderborn gemacht. Weitere sollten unbedingt folgen.“ Dem Wunsch wurde entsprochen mit sieben verschiedenen musikalischen Beiträgen an sieben Innenstadtorten von Markt-, Gau- und Michaelskirche bis zu Bartholomäus- und Abtskapelle, vom neu gestalteten Rathaus bis zur Abdinghofkrypta. Das musikalische Spektrum reicht von aramäischen Hymnen bis zu jüdischen Gesängen, von a-cappella-Gesang aus dem 16. Jahrhundert bis zum chinesischen Zupfinstrument. Von Improvisationen auf Marimbaphon und Sopransaxophon bis zu südamerikanischen Meditationen in Musik und Literatur. Tipp der Veranstalter: Zeit lassen, lieber in Ruhe von Ort zu Ort schlendern und auswählen statt in Hetze alles anhören wollen. Wie schon 2005 gilt: Eintritt frei – Spenden erbeten. Klassisch und liturgisch beginnt der Sonntagmorgen. Motettenchor und Collegium musicum Paderborn gestalten das Hochamt um 10.00 Uhr in der Franziskanerkirche mit Mozarts Missa brevis F-Dur KV 192. Kein Konzert, sondern als Gottesdienst ein Fest für Geist, Gemüt und Ohren. Auch hier wird um Spenden gebeten. Wenn es wieder so voll wird wie bei der musikalischen Messe am vergangenen Sonntag, empfiehlt sich frühes Erscheinen. Den Schlusspunkt des Wochenendes setzen am Sonntag um 18.00 Uhr die Jungen Sinfoniker OWL mit einem ausgewachsenen Sinfoniekonzert in der Heinrichskirche. Auf dem Programm der jugendlichen Musiker stehen Saint-Saëns rasanter Totentanz „Danse macabre“, die erste europäische Orchesterkomposition mit Xylophon, Pärts meditativer „Cantus in memoriam Benjamin Britten“ und Anton Bruckners Jugendsinfonie, die „Nullte“. Drei bewegende, teilweise mitreißende sinfonische Werke, die sich alle um die Musica sacra herum bewegen, ohne Kirchenmusik zu sein. Dirigent Steffen Leißner sagt, er würde sich zwar nicht so ausdrücken wie die Jugendlichen, aber er weiß genau, was sie meinen, wenn sie ihm ausgerechnet über den frommsten aller Sinfoniker sagen: „Bruckner ist einfach geil!“