Großes Kino mit großem Orchester

In der Paderhalle am Samstag

© Stadt Paderborn

Ben Hur: Der Film von 1925 mit 80köpfigem Live-Orchester läuft am kommenden Samstag, 20. Oktober, um 19 Uhr in der Paderhalle. Wer großes Kino liebt oder den satten Klang großer Sinfonieorchester oder gar beides, muss hin! Es spielt die Neue Philharmonie Westfalen, eines der drei NRW-Landesorchester. Karten von 7 bis 19 Euro gibt es im Ticketcenter am Marienplatz, Tel. (05251) 2 99 75 0, und an der Abendkasse. Der Roman „Ben Hur – A Tale of the Christ (Eine Christusgeschichte)“ von Lewis Wallace hatte die amerikanische Filmindustrie schon früh inspiriert. Die erste Verfilmung stammt schon aus dem Jahr 1907. Unter der Regie von Fred Niblo entstand in den 20er Jahren der damals teuerste Film aller Zeiten. Nach dreijähriger Produktionszeit erlebte der Film am 30. Dezember 1925 in New York seine Premiere. Der Monumentalfilm entwickelte sich zu einem der größten Kassenschlager des amerikanischen Kinos. Der Film schildert das Leben des fiktiven jüdischen Prinzen Judah Ben Hur, der zu Beginn des 1. Jahrhunderts nach Chr. als Zeitgenosse Jesu Christi im von den Römern besetzten Jerusalem lebt. Auch 80 Jahre nach seiner Entstehung ist der Film immer noch ein Filmereignis ersten Ranges. Mit den ersten Farbsequenzen ging er in die Filmgeschichte ein. Heute wie damals begeistert er mit gigantischen Action-Szenen, Massenchoreografien und atemberaubendem Tempo. Die cineastischen Höhepunkte sind die Seeschlacht und das legendäre Wagenrennen. Tausende von Statisten spielten mit. In Filmkreisen erzählt man sich, dass für die Seeschlacht ausgewanderte europäische Kommunisten und Faschisten rekrutiert worden seien, die eines gemeinsam hatten: sie waren arm und brauchten das Geld. Noch Stunden nach Beendigung der Dreharbeiten sollen ineinander verkeilte Kämpfer aus dem Wasser gezogen worden sein. Den Regieassistenten William Wyler ließ der Stoff nie mehr los. Mehr als 30 später schuf er ein Farb-Remake mit Charlton Heston in der Hauptrolle. Dabei wiederholte er spektakuläre Kameraeinstellungen wie etwa die von im Boden eingegrabenen Kameraleuten, die das Wagenrennen von unten filmten. Die ursprüngliche musikalische Untermalung des Films bestand in verschiedenen Zusammenstellungen von Opernmelodien. Es gab also keine Originalkomposition. Carl Davis hat in den 70er Jahren eine effektvolle und grandiose Filmmusik für großes Sinfonieorchester nachkomponiert. Bei der Live-Begleitung mit den 80 Musikern der Neuen Philharmonie Westfalen erzeugen etwa die beiden Schlagzeuger die Schiffe bei der Seeschlacht von rechts und links einen räumlichen Effekt erzeugen. Die Blechbläser erleben ihre große Stunde beim Wagenrennen, wogegen Harfe, Holzbläser und hohe Streicher beim letzten Abendmahl und bei der Errettung einer Sünderin, die gesteinigt werden soll, Klänge himmlischer Entrückung erzeugen. Hochromantisch ist der Stil dieser Filmmusik, die vom bekannten Filmmusik-Spezialisten Helmut Imig dirigiert wird.