Schule und Bildung begreifen
Veranstaltung für türkische Eltern am Montag, 22. Oktober
Die Beteiligung und Information von Eltern über die Grundsätze der Bildung von Kindern in Deutschland erhält im Rahmen des Projektes Kind & Ko, das durch die Stadt Paderborn, die Bertelsmann-Stiftung und die Heinz Nixdorf Stiftung getragen wird, eine hohe Aufmerksamkeit. „So war es logische Konsequenz, dass eine Arbeitsgruppe entstanden ist, die sich vor allem der Eltern annimmt, die nicht in Deutschland geboren wurden“, erläutert Gabriele Mikus, Leiterin des Projektbüros in Paderborn. So sei es ein tolles Ergebnis, dass zwei Pilotveranstaltungen realisiert werden können, die sich gezielt an türkische und russische Migranten richten. Diese Veranstaltungen unter dem Motto „WAS und WIE lernen Kinder in Kindergarten und Schule?“ finden statt am Montag, 22. Oktober, um 19.30 Uhr in der Kindertagesstätte Abstbrede für Eltern mit türkischem Migrationshintergrund und am Donnerstag, 22. November, um 19.30 Uhr im Familienzentrum Heidehaus für russischsprachige Migranten statt. Gerade diese Eltern werden von Kindertagesstätten und Schulen als schwer erreichbar bezeichnet. Das Warum ist für die Arbeitsgruppe eindeutig: Mütter und Väter haben eigene Erfahrungen mit dem Lernen und der Schule gemacht, vor allem, wenn sie nicht in Deutschland geboren wurden. „Wir möchten durch unsere Veranstaltungen bewirken, dass Migranten verstehen können, warum Kindergarten und Schule in Deutschland so anders sind, als sie es selbst erfahren haben,“ betont Filiz Celik, Mitglied der Arbeitsgruppe und hauptberuflich bei der AWO tätig. Mit ihr sind weitere fünf Personen aus dem Bereich der Kindertagesstätten, der Universität sowie ehrenamtlicher Eltern- und Migrationsarbeit maßgeblich verantwortlich für die Konzeption und Durchführung der Veranstaltungen. „Wir freuen uns, dass durch die Kombination aus ehrenamtlichem Engagement und dem Engagement aus der täglichen Arbeit heraus eine Gruppe entstanden ist, die sowohl die Ziele, die Inhalte sowie die Rahmenbedingungen für die Information von Migranten erarbeitet hat. Sie hat außerdem sachkundige Referenten gewinnen können", betont Petra Frie, Moderatorin der Gruppe im Projekt. In den Veranstaltungen werden Referenten die Bildungssysteme der Heimatländer dem deutschen Bildungswesen gegenüber stellen und dabei den Schwerpunkt auf die Art und Weise des Lernens und die Definition von Bildung setzen. Besonderheit ist, dass beide Veranstaltungen sowohl in der jeweiligen Muttersprache als auch in Deutsch durchgeführt werden. „Wir hoffen auf diesem Wege auch die Eltern zu erreichen, die sonst auf Grund sprachlicher Barrieren nicht angesprochen werden“, so Celik. Dazu gehöre auch, dass die Einladungen und ein Fragebogen zur Evaluation der Veranstaltungen in der jeweiligen Muttersprache an die Eltern verteilt würden.