Der standhafte Zinnsoldat: Meininger Puppentheater mit umjubelter Inszenierung

Großes Theater, das ans Herz geht

© Stadt Paderborn

„Der standhafte Zinnsoldat“ vom Meininger Puppentheater: „Diese Inszenierung gehört zum Schönsten, das ich je auf einer Bühne gesehen habe – Schauspiel, Oper, Ballett, Figurentheater und alle möglichen Performances eingerechnet. Ich habe sie schon dreimal gesehen und war dreimal verzaubert.“, gesteht Paderborns Kulturamtsleiter Christoph Gockel-Böhner. „Ganz großes Theater, das ans Herz geht, wunderbare Bilder produziert und auch mit technischen Tricks nicht spart.“ Die Erfolgsinszenierung kommt am Dienstag, 6. November, wieder in die PaderHalle. Die beiden Vorstellungen beginnen um 15 und 18 Uhr. Das Schatten-, Puppen- und Tanztheater für Zuschauer für Kinder ab sieben und für Erwachsene dauert ca. 50 Minuten. Seit 1999 tourt das Meininger Theater mit dieser Produktion durch die Welt, inzwischen bis nach Amerika, und heimste dafür eine ganze Reihe von Preisen ein. 2001 und 2002 begeisterte die Inszenierung bereits das Paderborner Publikum. Im Rahmen von „Blickpunkt Dänemark“ kommt das Andersen-Märchen nun zum dritten Mal an die Pader. „Es ist ein Phänomen. Ein solcher Langzeiterfolg ist auch uns noch nie gelungen. Wir haben wieder und wieder Anfragen“, sagt Susanne Tenner-Ketzer vom Meininger Puppentheater, das am dortigen thüringischen Staatstheater als vierte Sparte neben Schauspiel, Musiktheater und Ballett fest etabliert ist. Es ging in Paderborn nicht anders als an vielen anderen Orten: Erwachsene, die dachten, nur ihren Kindern zuliebe mitzugehen oder Redakteure, die nur aus Pflichtbewusstsein kamen, wurden vom Märchenzauber genauso gefangen genommen wie die Kinder. Alle liebten und litten mit dem Zinnsoldaten. Auch die Paderborner Presse war begeistert: „Wenn dieser weiße Magier des Schattenspiels, seine reizende Tänzerin und seine Helfer hinter der Wolkenkuppel irgendwo auftauchen, muss man unbedingt hingehen!“ Dabei ist alles so einfach: Ein Schau- und Puppenspieler schlüpft in die Rolle des Märchenerzählers Andersen. Der ist alt und müde, zitiert noch ein bisschen den Dänenprinzen Hamlet und geht zu Bett. Aber das überdimensionale Bett hat es in sich, verwandelt sich in ein Zelt, in das alle Zuschauer mit hineingehen. Dort entsteht das Märchen als multimediales Schattentheater. Wie so viele Märchen von Andersen handelt auch „Der standhafte Zinnsoldat“ von einem Außenseiter. Es ist eine wunderschöne Metapher über das Anderssein und die Schwierigkeit, „nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen.“ Karten gibt es für fünf Euro im Ticket-Center am Marienplatz, Telefon (05251) 2 99 75 0 und, falls noch vorhanden, an der Abendkasse. Die Zuschauerzahl ist aus technischen Gründen strikt auf 80 Personen pro Vorstellung begrenzt, darum lohnt es sich, rasch zum Vorverkauf zu kommen.