Großes Interesse bei Jahreskonferenz
Integrations-Projekt "KOMM-IN"
Zuhause fühle man sich dort, wo man dazu gehöre, stellte Josef Hackfort fest und umriss damit das Ziel des Integrations-Projektes "KOMM-IN". Bei der Eröffnung der Jahreskonferenz Integration lobte der stellvertretende Bürgermeister das große Interesse. Mit 160 Anmeldungen habe man so viele wie noch nie verzeichnen können. Die Konferenz, die nach dem Beschluss des Rates der Stadt Paderborn nun jährlich durchgeführt werden soll, fand in der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule am Kaukenberg statt. Das von der Stadt Paderborn 2005 initiierte "KOMM-IN"-Projekt hat sich zu einem dauerhaften Prozess der kommunalen Integrationsarbeit entwickelt. Die Ideen und Prozesse sollen nun längerfristig umgesetzt werden. Paderborn habe dazu beste Voraussetzungen, so Josef Hackfort. „Wir haben ein hohes Engagement der Menschen, die aus dem Ausland zugewandert sind, die in Vereinen und Gruppen ihr Schicksal selbst in die Hand genommen haben.“ Vor Vertretern aus Verwaltung, Politik, Wohlfahrtsverbänden, sozialen Diensten, Kindergärten, Schulen, Kirchen, Vereinen und Gruppen wurden die Ergebnisse der städtischen Integrationsarbeit vorgestellt. Diese gliedert sich in fünf Arbeitsgruppen, die die Themenbereiche Sprachförderung, kultureller Austausch, Ehrenamt und Migration, Wohnen sowie schulische und berufliche Bildung mit starker ehrenamtlicher Unterstützung bearbeiten. Im November 2007 ist eine Info-Veranstaltung „Deutsch lernen in Paderborn“ geplant, die insbesondere die Zielgruppe und deren Multiplikatoren ansprechen soll. Ein interreligiöser Dialog ist die Idee einer anderen Arbeitsgruppe, die bei dem Versuch eine Migrationszeitung herauszugeben, bislang noch zu wenig Unterstützung erfahren hat. Insbesondere Sponsoren wären hier hilfreich. Auf der Agenda der Ehrenamtsgruppe steht ein mehrsprachiger Info-Flyer zum Thema Gesundheit und ein Patenschaftsmodell „Oma/Opa sucht Migrantenfamilie“. Im Bereich Wohnen steht ein Flyer über Spielregeln als Mieter kurz vor der Fertigstellung. Zukünftig will man versuchen, kulturelle Angebote in Stadtteile bzw. Wohngebiete zu bringen. Die interkulturelle Kompetenz von Lehrkräften ist der fünften Arbeitsgruppe wichtig, hierzu wird im Oktober ein Lehrgang angeboten, zu der Anmeldungen noch erwünscht sind. Julia Lakirdakis-Stefanou gab einen guten Einblick in das Leben der Griechen in Paderborn. Als Vertreterin des Vereins Hellas sprach sie das traditionelle Grußwort im Namen der über 60 Paderborner Migrantenselbstorganisationen. Engin Sakal, Vorsitzender des Migrationsbeirates, wies darauf hin, dass nicht allein die Herkunft darüber entscheidet, ob man sich als Paderborner fühlt. Er zeigte sich äußerst positiv beeindruckt über die hohe Zahl der Anmeldungen zu dieser Konferenz, die er auch mit der engagierten Arbeit des Integrationsbüros der Paderborner Stadtverwaltung in Verbindung brachte. Mit einem Impulsreferat zum Thema „Migration und Gesundheit“ beleuchtete der Leiter des Ethno-Medizinischen Zentrums Hannover, Ramazan Salman, Hintergründe und gute Praxismodelle. So sei die Gesundheit von elementarer Bedeutung für eine gelingende Integration. Menschen mit Zuwanderungsgeschichte haben einen geringeren Zugang zu unserem Gesundheitsystem, so Salman. Sein Vorschlag zur besseren Versorgung sei der Aufbau eines regionalen Netzwerkes von Gesundheitsamt, Krankenkassen, Verwaltung und den Betroffenen selbst, insbesondere auch mit dem Ziel der Aktivierung. In der Abschlussrunde dankte der zuständige Dezernent, Beigeordneter Wolfgang Walter, insbesondere den aktiven Mitgliedern der Arbeitsgruppen, ohne deren Einsatz der "KOMM-IN"-Prozess nicht diesen Erfolg hätte. Weitere Informationen im Internet unter der Adresse "www.paderborn.de/integration".