Informationen über Rechtsradikalismus
Jugendforum im Rathaus
Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus in Ostwestfalen-Lippe und in Paderborn standen im Mittelpunkt des Jugendforums, zu dem Bürgermeister Heinz Paus ins Historische Rathaus eingeladen hatte. 40 Schülervertreterinnen und -vertreter der Paderborner Schulen waren gekommen, um an der Gesprächsrunde teilzunehmen. Referenten waren zwei Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes. Hermann Schulze und Horst Köhler, im Polizeipräsidium Bielefeld im Kommisariat Vorbeugung tätig, definierten zunächst den Begriff Rechtsextremismus und gingen auf Vorurteile im Zusammenhang mit diesem Thema ein. Bis zu 20 Prozent der deutschen Bevölkerung neigen zu rechtsextremen Grundlagen, so Horst Köhler. Ebenso gefährlich sei es, dass auch die Volksparteien gelegendlich "Steilvorlagen" für diese Art von Gedanken geben würden, zum Beispiel mit Aussagen wie "Das Boot ist voll" und "Wir sind kein Zuwandererland". Horst Köhler: "Solche Gedanken können rechtsextremes Denken schüren." Auf die Gefährdung von Jugendlichen wurde besonders aufmerksam gemacht. Die Staatsschützer nannten als Beispiele Medien und Musik, die großen Einfluß auf die heutige Jugend haben. Am deutlichsten wurde der Aspekt der Musik, als auf einmal die "Zillertaler Türkenjäger" im Sitzungssaal erklangen. Diese Band, eine der bekanntesten der Szene, diente als Paradebeispiel für rechtsextreme Musik. Hermann Schulze bezeichnete diese Art der Propaganda als Manipulationsmittel, mit dem Jugendliche geködert werden. Auch Bürgermeister Heinz Paus konnte in der anschließenden Diskussionsrunde über seine jüngsten Erfahrungen mit rechtsextremem Verhalten berichten: er hatte an der Mauer des Franziskanerklosters ein aufgesprühtes Hakenkreuz entdeckt. Eine strafrechtliche Verfolgung in dieser Art von Fällen sei immer schwer, weil die Täter schwer zu fassen und zur Rechenschaft zu ziehen sind. Heinz Paus appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, bei Taten dieser Art nicht wegzusehen, sondern sie zu melden. Mehr Zivilcourage und aktives Handels sei notwendig im Kampf gegen Rechtextremismus.