Wieder eine Meise
Naturkundemuseum
Auch in diesem Frühjahr können Besucher des Naturkundemuseums im Marstall wieder einen Blick in die Kinderstube der Kohlmeisen werfen. Eine Infrarot-Kamera liefert Bilder aus einem außen am Marstall angebrachten Nistkasten. Das Geschehen wird ins „Publikumslabor“ im Obergeschoss des Museums "life" übertragen. Obwohl in schwarz-weiß und ohne Ton ermöglicht diese Installation doch außergewöhnliche Beobachtungen. Eine Kohlmeise hat bereits vier Eier in das sorgfältig gebaute und gut gepolsterte Nest abgelegt. Wenn alles gut geht, kann in den nächsten Wochen das Brüten und die Jungenaufzucht unmittelbar am Museums-Bildschirm verfolgt werden. Bei den Kohlmeisen brütet nur das Weibchen. Das Männchen versorgt es während dieser Zeit mit Nahrung. Allerdings verlässt das Weibchen auch immer wieder den Kasten, um selbst Nahrung zu suchen. Wenn die Jungtiere nach etwa zwei Wochen Brutzeit geschlüpft sind, werden beide Meisen-Eltern alle Schnäbel voll zu tun haben, um sie satt zu bekommen. Drei Wochen lang müssen sie dann täglich mindestens 600, oft über 1000 Raupen und andere Insekten für ihre hungrige Kinderschar herbeischaffen. Die Meisen-Kinderstube täglich – außer montags – von 10 bis 18 Uhr beobachtet werden. Der Eintritt ist frei. Dr. Klaus Wollmann