Weniger Warten

Paderborner Stadtverwaltung richtet Telefon-Service-Center ein

Weniger Warte- und Wegezeiten für die Bürgerinnen und Bürger, mehr Flexibilität bei vielen Telefonaten und die Basis, um sich an der künftigen einheitlichen Behördennummer 115 beteiligen zu können. Das sind Vorteile, die sich die Stadt Paderborn von der Einführung eines Telefon-Service-Centers verspricht. Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt fasste am Dienstagabend einen entsprechenden Beschluss. Dieser sieht vor, dass die Stadtverwaltung das zentrale Telefon-Service-Center voraussichtlich Mitte des kommenden Jahres einführen wird. Erfahrungen anderer Städte zeigen, dass durch solch ein Service-Center bis zu 80 Prozent der Anfragen abschließend bearbeitet werden können. Geschultes und gutausgebildetes Personal soll mit Hilfe einer umfangreichen Wissensdatenbank diese Anfragen beantworten. "Bei uns werden qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und nicht maschinelle Stimmen die Arbeit übernehmen", legt Bürgermeister Heinz Paus großen Wert auf Qualität und Ausbildung des Personals. Unter einer zentralen Rufnummer werde es unabhängig von Zuständigkeiten schnelle und verlässliche Auskünfte geben, so Paus. In einem Pressegespräch stellten neben dem Bürgermeister der Haupt- und Personalamtsleiter Alfred Jolk sowie Raimund Michaelis, Projektleiter vom Hauptamt, das Telefon-Service-Center vor. Verbessert werden soll insbesondere die Erreichbarkeit der Verwaltung. Messungen während eines Monats hatten ergeben, dass von 102.000 Anrufen nur etwa 56 Prozent erfolgreich waren. Werte, wie sie auch für vergleichbare Großstädte typisch sind. In der telefonischen Stoßzeit von 10.30 bis 11.30 Uhr gehen so bis zu 400 Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern verloren, weil Arbeitsplätze nicht besetzt oder Telefonnebenstellen belegt sind. "Hier setzen wir mit dem Telefon-Service-Center an. Wir sind damit nicht nur besser erreichbar, sondern können durch flexiblen Personaleinsatz bei großer Nachfrage besser reagieren", sieht Alfred Jolk klare Vorteile des neuen Systems. Das eigene telefonische Service-Center gewährleiste außerdem den äußerst wichtigen lokalen Bezug der Informationen. In einem ersten Schritt soll das Telefon-Service-Center montags bis freitags jeweils von 7 bis 18 Uhr erreichbar sein. Zum Start legt die Stadtverwaltung das Hauptaugenmerk auf den Aufbau der Wissensdatenbank. "Wir haben hier mit dem virtuellen Rathaus im Internet schon eine solide Basis, auf der wir aufbauen können", weiß Raimund Michaelis. Danach werde man weitere Dienstleistungen, wie beispielsweise die Bestellung von Urkunden und telefonische Gewerbeauskünfte, anbieten. Das telefonische Service-Center soll im Technischen Rathaus an der Pontanusstraße untergebracht werden. Für den Umbau der dortigen Räume sind 80.000 Euro erforderlich.