Paderborn bringt Adventskultur nach Le Mans

Franzosen stürmten Paderborner Stand

Deutschlands Advents- und Weihnachtskultur nach Frankreich gebracht hat die Deutsch-Französische Gesellschaft Paderborn. Zwar werden inzwischen auch dort Weihnachtsmärkte organisiert, allerdings mit typisch französischer Färbung. Brigitte van der Poll, die Französin im Vorstand der Deutsch-Französischen Gesellschaft Paderborn: „Es war uns ein Anliegen, in unserer Partnerstadt auch für deutsche Akzente zu sorgen und sie bekannt zu machen.“ Die Stadt Le Mans war von der Idee spontan begeistert. Mit Unterstützung der französischen Partnerschaftsbeauftragten Chantal Liberge und der Stadt Paderborn konnte das Projekt realisiert werden. So packte die Paderborner Vorsitzende Maria Lis gemeinsam mit ihren Vorstandskolleginnen Lotti Behringer und Brigitte van der Poll sowie Dirk Tegetmeyer einen Bulli voll mit Weihnachtsgebäck. ins Französische übersetzten Rezepte, Adventsmarmelade, Adventskränzen, Adventskalender, Knecht Ruprecht Figuren, vorweihnachtlicher Dekoration und natürlich vielen süßen Nikoläusen sowie dem Bischofsgewand. In Le Mans wurde dann am Nikolaustag das nach deutschem Geschmack adventlich geschmückte Chalet auf der Place de la Republique geöffnet. Unter den Studierenden des Paderborner Études Européenes Studienganges, die zwei Semester in Le Mans studieren, war ein junger Mann, der in das bischöfliche Gewand gekleidet wurde und den Kindern großzügig Süßigkeiten austeilte. Das war für die Kinder etwas völlig Neues, aber sofort die große Attraktion des Nikolaustages in Le Mans. Währenddessen wurde das Chalet förmlich gestürmt. Maria Lis: „Christstollen und Weihnachtskonfiture fanden so reißenden Absatz, dass wir nur mit Mühe noch etwas für den zweiten Tag retten konnten. Engagierte Schülerinnen hatten im Michaelskloster für unsere Aktion Spritzgebäck gebacken und handschriftliche Rezepte beigesteuert.“ Unter den Besuchern des Paderborner Standes waren auch viele Freunde und Bekannte, die unterschiedlichste Kontakte nach Paderborn unterhalten. Geführt wurden die Gespräche an einer großen Deutschlandkarte mit der ‚Hauptstadt Paderborn’. Viele erklärten Freunden oder ihren Kindern an der Karte, wo sie schon mal waren oder noch Brieffreunde haben: kennen gelernt durch einen Schüleraustausch. Lotti Behringer: „Es ist immens wichtig mit allen Mitteln dafür zu werben, dass dieses Begegnungselement nicht einschläft.“ Am Sonntag wurden viele enttäuscht, die sich noch mit adventlichen Artikeln aus Paderborn eindecken wollten. Brigitte van der Poll: „Wir waren restlos ausverkauft!“ Auch Bürgermeister Jean-Claude Boulard besuchte die Paderborner ‚Kulturbotschafterinnen’ im Chalet und der stellvertretende Bürgermeister Bernhard Breux, der im Sommer die Libori-Delegation angeführt hatte, erschien mit einer Flasche Champagner, um gemeinsam mit den Akteuren auf das Pilotprojekt und den unerwartet großartigen Erfolg anzustoßen.