Mit Nierentischen und Heimatfilm-Kulisse: "Schön ist die Welt"
Franz Léhars Operette am 14. Januar in der PaderHalle
„Schön ist die Welt“ – diese Botschaft vermittelt die gleichnamige Operette von Franz Léhar. Am Mittwoch, 14. Januar 2009, 19.30 Uhr spielt das Landestheater Detmold das Werk in einer wunderschönen Inszenierung in der PaderHalle. Es ist eine Liebesgeschichte in den Alpen voller zauberhafter Melodien mit Ohrwurm-Potenzial. Der gefeierte Operettenkomponist liebte dieses Werk unter all seinen Stücken am meisten, weil es seine wertvollste und originellste Musik enthalte. Die Inszenierung siedelt das Stück in den 50er Jahren an und schwelgt in adretten und mondänen Kostümen, Nierentischen, Tütenlampen und Heimatfilm-Kulisse. Und damit ein wenig Exotik einzieht, tritt im Alpenhotel auch noch ein brasilianischer Tanzstar namens Mercedes del Rossa auf. Ein klein wenig Ironie darf da natürlich mitschwingen. So hat sich auch das Personal geändert: Aus dem Kronprinz und seinem Vater wurden für diese Inszenierung der Konservenfabrikant Otto König und der Firmenerbe. Und selbst die Lawine ist eine wild gemusterte Gardine im Stil der 50er. Die Handlung ist operettentypisch: Fabrikerbe Georg soll zwecks betrieblicher Kapitalvermehrung und „Firmenfusionierung“ die ihm unbekannte, aber äußerst wohlhabende Elisabeth von Brankenhorst ehelichen. Doch weder Elisabeth noch Georg wollen sich den Wünschen der Eltern fügen. Aber es kommt, wie es in der Operette kommen muss: Bei einer Reifenpanne lernt Georg eine sympathische junge Frau kennen und muss wegen einer Lawine mit ihr sogar die Nacht in freier Natur verbringen. Operettenfreunde ahnen, wie das endet. Und auch die Brasilianerin bekommt ihren Sascha, den Privatsekretär des Konservenfabrikants. „Schön ist die Welt“ – an diese Botschaft erinnern sich die Menschen gerne in Krisenjahren. Uraufgeführt wurde die Operette am Berliner Metropol-Theater mitten in der Wirtschaftskrise 1930, als auch Filmoperetten wie „Die drei von der Tankstelle“ entstanden. Auch Lehárs Nähe zur Filmmusik ist unüberhörbar. Seine Vorgänger-Operette aus dem Jahr 1914 hatte der Komponist dafür noch einmal gründlich überarbeitet.