Dem Krebs vorbeugen?

Arbeitskreis Frauengesundheit lädt am 24. Januar ein

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Um Pro und Contra der sogenannten HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen geht es am Donnerstag, 24. Januar. Der Paderborner Arbeitskreises Frauengesundheit lädt ab 20 Uhr in die Aula des Gymnasiums Theodorianum am Kamp 4 ein. Dr. Michael Wojcinski, Facharzt für Frauenheilkunde; Sprecher der AG „Impfen in der Gynäkologie“ des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. wird sich dem Thema widmen. Der Eintritt ist frei. Seit man vor mehr als 30 Jahren herausfand, dass der Gebärmutterhalskrebs der Frau als Ursache eine Infektion mit bestimmten Viren, den Humanen Papillomviren (HPV) hat, liefen Forschungen zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen diese Viren, die bei Sexualkontakten ausgetauscht werden. Etwa 70 bis 80 Prozent aller Frauen und Männer, die Geschlechtsverkehr haben, stecken sich mindestens einmal im Leben (vorwiegend im Alter von 20 bis 30 Jahren) mit HPV an. Der Verlauf ist meistens harmlos und wird von den Betroffenen gar nicht bemerkt. Bei ca. zehn Prozent der Frauen bleibt eine HPV-Infektion bestehen. Bei einem Prozent dieser Frauen entwickeln sich innerhalb der folgenden 5 bis 15 Jahre krankhafte Veränderungen am Gebärmutterhals. Das bedeutet: 0,1 Prozent Frauen, die mit HPV in Berührung kommen, erkranken später an Gebärmutterhalskrebs. Trotz Vorsorge bleibt in Deutschland Gebärmutterhalskrebs nach Brustkrebs die zweithäufigste Todesursache junger Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren. Jedes Jahr werden in Deutschland 6000 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, und fast 2000 Frauen sterben an dieser Erkrankung. Ein wachsendes Problem stellen zudem Genitalwarzen dar. Auch sie werden durch Papillomviren verursacht. Sie sind schwierig zu behandeln, treten häufig wiederholt auf und stellen in ihren Auswirkungen auf Sexualkontakte eine große psychologische Belastung für die betroffenen Frauen und Männer dar. Seit Oktober 2006 steht nun ein Impfstoff gegen zwei krebserzeugende Papillomviren zur Verfügung, gleichzeitig wirkt dieser Impfstoff gegen zwei weitere Virustypen, die Genitalwarzen verursachen. Die HPV-Impfung wird zurzeit ausgiebig diskutiert. Viele Fragen sind noch offen: Wie lange hält der Impfschutz an und wann wird eine Auffrischungsimpfung notwendig? Wird der Gebärmutterhalskrebs durch Imfpung langfristig seltener auftreten? Werden andere krebserregende HPV-Typen an die Stelle der beiden durch Impfung bekämpften Typen treten? Welche Nebenwirkungen gibt es? Bergen Impfungen unkalkulierbare Risiken oder sind die Erkrankungen harmloser als sie? Fest steht: Vollständig ausgerottet werden könnte der Gebärmutterhalskrebs auch durch eine flächendeckende Impfung nicht. Denn neben den im Impfstoff verarbeiteten vier Virustypen können weitere Typen den Krebs des Gebärmutterhalses und seine Vorstufen auslösen.