Highlights und Herausforderungen

Traditioneller Neujahrsempfang im Paderborner Rathaus

© Stadt Paderborn

„Paderborn ist auf einem guten Weg, seine Rolle als Großstadt, als Oberzentrum für einen Einzugsbereich von mehr als 500.000 Menschen wahrzunehmen. Paderborn stellt sich dem Wettbewerb der Standorte, ist ein äußerst attraktiver Wirtschaftsstandort, eine Stadt, die ihren Bürgerinnen und Bürgern bereits jetzt optimale Chancen, hohe Lebensqualität bietet.“ Dieses Fazit zog Bürgermeister Heinz Paus beim Neujahrsempfang im Paderborner Rathaus vor etwa 180 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Festredner des Abends war Prof. Dr. Hans Schöler, Direktor am Max-Plank-Institut für molekulare Biomedizin in Münster, Leiter der Abteilung Zell- und Entwicklungsbiologie. Der international gefragte Experte in der Gentechnologie und Stammzellenforschung hatte seinen Vortrag mit dem Titel „Von Mäusen und Menschen“ überschrieben. Der Dank des Bürgermeisters galt in seiner Begrüßung all jenen, die mitgeholfen hätten, dass Paderborn gut vorangekommen sei. Während seiner Ansprache nahm er auch zu den Großprojekten Stellung. Zum Stadionneubau erklärte er: „Ich kann nur sagen, dass die Fachleute in meinem Hause, die mit großer Sorgfalt den neuen Bebauungsplan und die Baugenehmigung erarbeitet haben, bezogen auf die neue Klage sehr gelassen sind“. Einen wichtigen Meilenstein sieht Paus bei den Kammerspielen erreicht. Im August des letzten Jahres sei der neue Bebauungsplan aufgestellt worden. Hier laufe zurzeit die Bürgeranhörung. Da die Volksbank von den unmittelbaren Nachbarn des Bauprojektes einen Klageverzicht beigebracht habe, sei im Verfahren nicht mehr mit erheblichen Überraschungen zu rechnen, so Paus. Als völlig unverständlich bezeichnete der Bürgermeister die Praxis des Generalplaners des Rolandsbades, mehrfach sowohl im Verwaltungsvorstand als auch in öffentlichen Sitzungen des Betriebsausschusses Bäder Fertigstellungstermine zu nennen, die sich als unrealistisch herausstellten. 2007 habe Highlights und erhebliche Herausforderungen gebracht. Als absolutes Highlight nannte er den NRW-Tag. "Wir hatten nur diese einzige Chance. Wir haben sie genutzt", lobt er das Wochenende im August als grandioses Fest, das alle - auch den Landesvater - begeistert habe. Als Herausforderungen nannte Paus die Neuorganisation des Gebäudemanagements als Eigenbetrieb in der Stadtverwaltung und die Vorarbeiten für die Einführung des Neuen Kommunalen Finanzwesens in der Verwaltung. Der Bürgermeister wies in seinem Vortrag insbesondere auch auf die Projekte „Kind & Ko“ sowie „Kosian“ (Komm sicher an) hin, mit denen Paderborn in der Familienpolitik Maßstäbe setzt. Er ging auch auf das Projekt KOMM-IN und die neuen Aspekte der Seniorenpolitik in der Stadt ein. Es gelte den Schatz an Lebenserfahrung, an beruflicher Qualifikation all derer zu nutzen, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Der erste Markt der Möglichkeiten im Johannesstift sei ein großer Erfolg gewesen. Die regelmäßige Arbeit der EFI’s, also derer, die sich als Koordinatoren für die ehrenamtliche Arbeit zusätzlich qualifiziert haben, trage Früchte. Zu mehr Zuversicht und Offenheit für neue Perspektiven forderte der Festredner des Abends, Prof. Dr. Hans Schöler, auf. Der anerkannte Experte auf dem Gebiet der Gentechnologie und Stammzellenforschung, der 1961 bis 1963 in Paderborn zur Schule gegangen war und dessen Großvater Dr. med. Erich Schöler von 1932 bis 1957 leitender Arzt am St. Johannesstift war, stellte dabei einen Vergleich mit den USA an. Fünf Jahre habe er dort gelebt. Nach seiner Rückkehr sei ihm bewusst geworden, wie stark sich die Deutschen von Ängsten beherrschen ließen. Wenn Amerikaner vor einer neuen Aufgabe stünden, würden sie nicht in erster Linie die Probleme sehen, die irgendwann einmal auftreten könnten, sondern die Chancen, die darin liegen. Diese positive Grundeinstellung verleihe Flügel. Die Notwendigkeit einer soliden Grundlagenforschung sah Prof. Dr. Hans Schöler als einen Kernpunkt seiner Ausführung. Es sei ein steiniger Weg, bis Erkenntnisse der Grundlagenforschung in Therapien umgesetzt werden könnten. Er mahnte dabei einen fairen und sachlichen Diskurs aller Beteiligten an. „Paradox an der derzeitigen Diskussion ist, dass viele Menschen von uns Wissenschaftlern gleichzeitig noch schnellere Fortschritte und Erfolge bei der Entwicklung neuer Therapien erwarten. Doch Forschung braucht Zeit. Deshalb wird man einen langen Atem brauchen, um die Ergebnisse zum Verständnis der Erneuerung von Organen und Geweben und umgekehrt auch von Alterungsprozessen und damit schließlich die Basis für verbesserte therapeutische Verfahren zu erhalten.“