Libori: Sonntag, 27.07. Konzert Franz-Stock-Platz
Anne Haigis&Band: Die atemberaubende Reibeisenstimme präsentiert ihr Album
Am Sonntag, 27. Juli, präsentiert die Sängerin Anne Haigis im Rahmen des Libori-Festes ab 20.30 Uhr auf dem Franz-Stock-Platz ihr aktuelles Album "Good Day for the Blues". Dabei wird die Sängerin mit der Reibeisenstimme von ihrer Band unterstützt. Unter anderem begleitet sie Jens Filser, einer der versiertesten Bluesgitarristen Deutschlands. Mit ihm gibt Anne Haigis sehr viele Konzerte auch im Duo. Des Weiteren gehören Jörg Hamers und Roman Metzner zu ihrer Band, die sie gesanglich und am Akkordeon unterstützen. "Ich möchte dem Publikum Emotionen entlocken. Die Leute sollen entweder heulen oder glücklich sein. Am besten beides." Mit diesen Worten beschrieb die Sängerin Anne Haigis ihre künstlerischen Ambitionen. Und es besteht kein Zweifel daran, dass ihr das mit ihrer atemberaubenden Stimme, die mal rau wie ein Reibeisen, dann aber wieder sanft und zerbrechlich klingt, auch mühelos gelingt. Ganz egal, ob sie in deutscher oder englischer Sprache singt, ob sie Töne aus Blues, Jazz, Country oder Folk anschlägt - sie scheint in allen Stilrichtungen zu Hause zu sein. Anne Haigis lebt für die Musik. "Wenn ich es mir so recht überlege - ich lebe heute meinen Jugendtraum." Anne Haigis wusste schon früh, dass sie auf die Bühne gehört und verlässt zu Beginn der siebziger Jahre mit 16 Jahren Elternhaus und Schule in Rottweil am Neckar, um in Stuttgart ihr Glück zu suchen. Verschiedene Gastauftritte und der erste große Applaus machen Lust auf mehr. 1981 erscheint schließlich ihr Debut-Album "For here where the life is", das hoch gelobt wird. Produziert wurde es von ihrem "Entdecker" und späteren Lebenspartner Wolfgang Dauner. Durch den Nachfolger "Fingernails" werden schließlich immer mehr Rundfunkstationen auf ihre ausdrucksstarke Stimme aufmerksam. Mitte der achtziger Jahre beginnt das kommerziell erfolgreichste Kapitel im Leben der Künstlerin. Nach ihrer Trennung von Wolfgang Dauner wendet sie sich auch musikalisch anderen Dingen zu: sie verabschiedet sich vom englischen Jazz und konzentriert sich nun auf Rock und Pop in deutscher Sprache. Zwischen 1984 und 1989 veröffentlicht sie vier Alben, die ihr den Weg in die Charts und TV-Shows, wie z. B. Rudi Carells "Verflixte 7" oder Thomas Gottschalks "Na sowas", ebnen. Doch Anne Haigis will sich nicht festlegen, sondern künstlerisch weiter entwickeln. Ihr guter Freund Peter Maffay verschafft ihr einen Vertrag bei BMG Ariola, wodurch sie in das Land der Songschreiber, nach Amerika, geht. In Los Angeles und Nashville entsteht ihr rockigstes Album "Cry Wolf". Melissa Etheridge schreibt in dieser Zeit die beiden Songs "Dancing in the Fire" und "Out of My Mind" für sie. Mitte der Neunziger orientiert sich die wandlungsfähige Künstlerin dann wieder neu und reduziert ihre Songs auf das Wesentliche. Nur einige ausgewählte Instrumente werden eingesetzt, unnötige Effekte und sterile Synthetik hingegen werden gemieden, um das Wichtigste besonders in Szene zu setzen: Anne's Stimme. Dieser "Akustik-Richtung" ist sie bis heute treu geblieben. Anne Haigis hat im Laufe ihrer Karriere mehr als ein Dutzend Alben veröffentlicht und mit so unterschiedlichen Musikern wie Tony Carey, Edo Zanki, Eric Burdon, Melissa Etheridge und den Harlem Gospel Singers zusammen gearbeitet. Die in Köln lebende Sängerin gibt heute noch etwa 80 Konzerte im Jahr. Wenn sie mal nicht auf der Bühne steht, vermittelt sie ihr Wissen und ihre Erfahrung in Gospel- und Gesangs-Workshops, bei denen stets Ausdruck und Emotionalität im Mittelpunkt stehen.